Lernchancen bei TanzMedia

  • Kreative Medienkompetenz und Persönlichkeitsstärkung; Soziales und emotionales Lernen durch kreativen Tanz, aktive Medienarbeit und Projektarbeit.

  • Training der Kommunikations- und Kritikfähigkeit durch unmittelbares Videofeedback, Tanz.

  • Körperliche Erlebbarkeit des Unterschieds zwischen Realität und Virtualität: Differenzierte Wahrnehmung und verantwortlicher Umgang mit Medien.

  • Bewusstmachen des Wahrnehmungswandels in unserer Mediengesellschaft (Wandel des Körperbildes und der Ästhetik)

  • Öffnen der Schulen durch externe, multiprofessionelle Fachreferenten; Atmosphäre schaffen, um schwierigen benachteiligten Schülern einen neuen Zugang zur Schule und dem Lernen zu ermöglichen

  • Migrationssensibel und sprachneutral durch nonverbale Gestaltungsmöglichkeiten, integrativ für Jugendliche mit Behinderungen durch die Förderung individuellen Ausdruck mit dem Körper und über Medien.

Lernchancen durch Kombination Tanz + Medien

von Nadja Winterstein

Die Kunst der Kombinatorik fordert von den Tänzern folgende Fähigkeiten ab:

Als Tanzender ein „responsive body“ sein:

 

Frei übersetzt, ein „erwidernder, empfänglicher Körper“. Gemeint ist die Balance zwischen Zurückhaltung und Geben: „Die tanzende Person lernt eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen, die dem beabsichtigten ästhetischen Gesamtbild dienen“.[1]

Kombinatorische Probleme lösen:

 

Das tänzerische Problem wird nicht als negativ betrachtet, sondern es bietet eine Herausforderung an, die der Tänzer kreativ annimmt und zu neuen Bewegungsmustern führt (weiterführen, variieren- verfremden, brechen). Hierbei bedient er sich aus dem kreativ erarbeiteten Bewegungsrepertoire.

Schnell denken und antizipieren (Schnelles Denken):

 

Dies bedeutet, dass die Aufmerksamkeit auf das tänzerische Gesamtbild gelenkt wird. Dazu gehört die Beobachtung der eigenen Bewegung und die der Anderen. Hohe Konzentration und Präsenz beim Tanzen sind erforderlich um zu antizipieren („Wie könnte der Tanz im nächsten Moment aussehen?“) und dementsprechend im „Jetzt“ tänzerisch einzulenken.

Schnell tanzen und Risiken eingehen (Schnelles Tanzen):

 

Im Gegensatz zum schnellen Denken und bewusster Entscheidung in der Improvisation geht es auch darum, sich dem Kontrollverlust hingeben zu können. Der Körper tanzt dann schneller als das Gehirn arbeiten kann, somit übernimmt der Körper die Kombination der Elemente des Tanzes. Der momentane Kontrollverlust und das Eingehen von Risiken, in denen der Körper für einen kurzen Augenblick einer „Gefahr ausgesetzt ist“ sorgen für eine  interessante Gestaltung, das Unvorhersehbare bringt Überraschungen und bietet neue Herausforderungen für die Beteiligten. Außerdem werden so festgefahrene Muster gebrochen.

Einsatz von Imagination:

 

Um gut kombinieren zu können, braucht es viel Fantasie und Vorstellungsvermögen. Neben Bewegungsauslösern die tatsächlich existieren (sichtbar, fühlbar, hörbar) gibt es auch imaginäre Auslöser (Vorstellungsbilder, Erinnerungen, strukturelle Vorgaben, formal oder inhaltlich-emotional). Dies bedeutet die Auseinandersetzung mit der Frage: „Was stelle ich mir vor und wie setze ich dies in Bewegung um?“

Aktive Imagination bereichert den Tanz, intensiviert das Geschehen und bietet erneute Plattform für Reaktionen der Anderen.