Am Schluss haben alle getanzt

Von: CJD / medien+bildung.com

Acht Schülerinnen des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und acht junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan gestalten einen Tanzfilm.

Acht Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und acht junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan haben am 11. und 12. März am Workshop „Begegnung“ im CJD Neustadt teilgenommen und zusammen einen Tanzfilm entwickelt. Der Workshop wurde aus Mitteln der SWR-Herzenssache gefördert. Die künstlerische und pädagogische Umsetzung übernahm der Kooperationspartner medien+bildung.com. Anfänglich waren sich die Initiatoren des Projektes Gudrun Wolf-Günthner, Lehrerin für darstellendes Spiel am Käthe Kollwitz Gymnasium Neustadt, und Peter Seibel vom CJD Neustadt nicht sicher, ob ihre Idee zu einem experimentellen Workshop mit einheimischen Jugendlichen und jungen Flüchtlingen klappen würde, denn Technik, Choreographie und nicht zuletzt Sprache und Kultur mussten unter einen Hut gebracht werden.

Zum Einstieg brachte Nadja Fernandez Gamio, Choreografin und Sozialarbeiterin, die jungen Akteure mit einem Aufwärmtraining zu Musik in Schwung. Mit Übungen aus dem Bereich kreativer Tanz loteten die Teilnehmer verschiedene Möglichkeiten aus, mit Körpersprache und Bewegung Gefühle auszudrücken. Katja Batzler, Medienpädagogin von „medien+bildung.com“ erläuterte dann den Aufbau für die Tanzfilmgestaltung: Mittels einer in 6 m Höhe unter der Decke aufgehängten Kamera wurde ein Bereich der Tanzbühne erfasst, so dass die Akteure dort gleichzeitig Bewegungen ausführen und sich dabei selbst auf einer Leinwand beobachten konnten. Bei „Verkehrte Welt“ war es z. B. möglich als Tänzer auf dem Boden liegend im Film den Eindruck zu erzeugen man laufe an der Decke. Diese Verbindung aus Bewegung und Selbstbeobachtung erforderte einiges an Übung, dann konnte die Gruppe die eigentliche Aufgabe angehen: Mit Körpern Bilder gestalten, die der Zuschauer auf der Leinwand erkennen und verstehen kann. Bewegte und bewegende Bilderabfolgen auf Musik entwickeln, die aneinander gehängt eine kleine Geschichte erzählen können - ohne Sprache, nur mit der Kraft von Körperausdruck, Teamgeist und in Bewegung umgesetzten Gefühlen und Botschaften.

Zwei gemischte Gruppen aus Schülerinnen und Flüchtlingen entwickelten Bilder und Szenenfolgen für den Film und studierten diese ein, immer mit dem Bick zu Leinwand „stehen bzw. liegen wir richtig?“ oder „wie machen wir den Übergang?“ Und auf einmal fiel die Verständigung gar nicht mehr schwer, ob in deutscher Sprache oder auf Arabisch. Jeder schnappte für sich ein paar neue Vokabeln auf, es wurde viel gelacht und ausgelassen gescherzt. Nach mehreren Übungsdurchläufen wurde die entwickelte Performance dann in einem sogenannten One-Shot, also ohne Unterbrechung von der Deckenkamera aufgezeichnet, und das – weil es immer etwas zu verbessern gab – insgesamt vier Mal. Dann passte alles! Darsteller und Coaches waren vom Ergebnis begeistert und lobten den Workshop. „Tolle Erfahrung!“ und „Hätte ich am Anfang nie gedacht, dass wir so gut zusammen arbeiten können“ waren typische Aussagen. Am Schluss haben dann alle noch mal getanzt, zu arabischer Musik und ohne Kamera, einfach weil es Spaß macht.