Experimentelles Projekt: "Gegensätze"

Was bedeutet es mutig zu sein, aufzustehen füreinander und miteinander zu lernen? Über Courage, Toleranz aufzuklären und darüber zu sprechen ist ein Weg, ein anderer ist es künstlerisch-experimentell die Sinne zu öffnen, um mich zu trauen über meine eigenen auch körperlichen Grenzen hinweg zu gehen, mich auf etwas Neues, Ungewohntes einzulassen und aus neuer Perspektive zu sichten. Letzteres waren die Ziele, die dieses Projekt mittels tänzerischer und medialer Methoden bei den 38 teilnehmenden 11. Klässlern des Gymnasium am Rittersberg in Kaiserslautern zu erreichen versuchte.

In erster Linie waren die Schüler selbst gefragt sich Gedanken zu Begriffen zu machen, diese medial als Fotos und in Bewegung/Szenen umzusetzen, um sich hierdurch bereits eine abstrakte Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen anzueignen. Experimentell wurden verschiedene Bewegungsqualitäten sowie verschiedene Kameraperspektiven erprobt, die für die Schüler neu und ungewohnt waren. Sie erfuhren sich und ihren eigenen Raum neu, konnten „einfach mal loslassen“, sich gehen lassen mit Kamera und Körper selbst kreativ werden.

Durch die Verbindung medialer, tänzerischer und schauspielerischer Methoden entstanden unterschiedliche Darstellungsformen gegensätzlicher Begriffe in einem Experimentalfilm, der bald in unserem Videoportal zu sehen ist.

Am Anfang stand die Idee moderne Gedenkarbeit mit jungen Menschen zu gestalten. Ein vorangegangenes Projekt von Medienpädagogin Christine Zinn und Kolleginnen aus Ludwigshafen - Blaudes - konnte zwischen März und August 2013 in Kaiserslautern zu verschiedenen Gedenkanlässen an Grauen der NS-Zeit präsentiert werden. Dadurch entstanden zahlreiche Gespräche mit regionalen Partnern aus dem Kultur- und Bildungsbereich, unter Anderem mit der Geschichtslehrerin Claudia Schnurpfeil. Sie startete im Schuljahr 2013/14 zwei Kurse „Darstellendes Spiel“ neu an ihrer Schule und entwickelte Ideen zur Verknüpfung geschichtlicher Themen mit szenisch-darstellender Arbeit. Zum Einstieg konnte sie die Mehrzahl ihrer Schüler dazu gewinnen am  
Gedenkmarsch zur ersten Stolpersteinverlegung in Kaiserslautern Ende August 2013 teilzunehmen. Gemeinsam beschlossen Claudia Schnurpfeil und Christine Zinn mit den Schülern ein Projekt durchzuführen, dass die Thematik der Auseinandersetzung noch einmal aufgreift.

Es sollte ein experimentelles Projekt stattfinden, bei dem die Schüler zusätzlich zum lehrplanbedingten Unterricht tänzerische und mediale Ausdruckserfahrungen machen konnten. Das Konzept und die Umsetzung hierzu entwickelten Susanne Adam, Tanzpädagogin aus Kaiserslautern und Christine Zinn (medien+bildung.com) gemeinsam. Durch die Verbindung von Bewegung und Tanz und der Arbeit mit speziellen unbekannten Kameraperspektiven konnten die Schüler besondere Begegnungs- und Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln. Für das Unterrichtsfach „Darstellendes Spiel“ hinterlässt diese experimentelle Arbeit Spuren insofern, als die Schüler selbst aussagten sich freier im Raum bewegen zu können.
Besonders das ungewohnte experimentelle Arbeiten und die neue Möglichkeit selbst kreativ zu werden, regte die Schüler an über ästhetische Elemente, eigene Ausdruckstärke und deren Sinn nachzudenken.

Schülerstimmen zum Projekt:

„Der Anfang des Filmes beeindruckt durch die Ausdrucksstärke der Bilder, die gut die Gegensätze der Gesellschaft aufzeigen. Bloß die Bedeutung der Tanzszenen können sich wohl die Schauspieler alleine erklären.“


„Die Idee mit den Videokameras am Körper war für mich auch mal eine komplett neue Entdeckung. Jedoch hat meiner Meinung nach das daraus gewonnene Material nicht wirklich Sinn gemacht. Toll sah es aber allemal aus.“

„positiv: Kreativität – neue Erfahrung – Teamwork – Vorstellungskraft – Entspannung“
„negativ: zu viel Tanzen“

„Wir konnten im Gegensatz zu den meisten anderen Fächern unserer Kreativität freien Lauf lassen!“

„Aus dem Projekt nehme ich mit, dass man ruhig öfter mal aus sich rauskommen und sich zeigen sollte, da es keinen Grund gibt, sich zu schämen. Es war wichtig, offen und unvoreingenommen auf das Projekt zuzugehen und sich einfach mal darauf einzulassen um zu sehen, was passiert.“