Blaudes - Tanzen und Filmen gegen Rassismus und das Vergessen!

Interkulturelle und ästhetische Medienbildung mit einem TanzMedia Projekt

Ein Tanzfilmprojekt des Dokumentation- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit der medien+bildung.com gGmbH. 

Blaudes heißt in der Sprache der Sinti und Roma "Blau" - Blau war das Kleid, der in Ausschwitz ermordeten deutschen Sintezza Margarete Herzstein. Das Projekt "Blaudes" erinnert an ihre Geschichte mit kreativer und moderner Gedenkarbeit und wurde für die Denkmaleröffnung zur Erinnerung der in der NS-Zeit ermordeten deutschen Sinti und Roma im Oktober 2012 in Berlin konzipiert und uraufgeführt.

Junge Menschen begegnen sich, setzen sich im Rahmen eines TanzMedia Projektes mit ihren verschiedenen kulturellen Hintergründen auseinander und entwickeln und produzieren einen Videotanzfilm zur öffentlichen Präsentation im adäquaten Kontext. Der Projekttitel „Blaudes“ basiert auf dem Inhalt eines historischen Dokuments, das in der ständigen Ausstellung „Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma“ im Dokuzentrum zu sehen ist. Es handelt sich um ein an die Berliner Polizei gerichtetes Schreiben von Elfriede Garz, die nach ihrem blauen Kleid forscht, das sie ihrer Kollegin Margarete Herzstein ausgeliehen hat. Die quellenkritische Analyse des Brieftextes lässt vermuten, dass die junge Frau den Brief als Vorwand formulierte, um Näheres über das Schicksal ihrer deportierten Kollegin in Erfahrung zu bringen. Der Brief mit seinem unmittelbaren Entstehungskontext bildet zusammen mit den allgemeinen historischen Hintergründen zur Verfolgung der Sinti und Roma zwischen 1933 und 1945 den „blauen Faden“, der durch den Film führt. Die filmische und tänzerische Interpretation der zu bearbeitenden Themen „Rassismus“, „Ausgrenzung“ und „Antiziganismus“ einschließlich der Regie und Choreografie liegen in der Verantwortung der beteiligten Jugendlichen.

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