Praxismeister

Zur besseren Kooperation von Schule / Berufsschule und Betrieb hat medien+bildung.com 2011 aus dem Projekt „MyClip“ heraus die digitale Lehr-Lernplattform „Praxismeister“ entwickelt, die in der Verbindung von Moodle und Mahara viele Möglichkeiten des kollaborativen Arbeitens und des Portfolio-Lernens bietet. Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit mit den obligatorischen Berufswahlszenarios. Allerdings wird die Arbeit mit den bestehenden Ordnern ergänzt durch den Einsatz der ePortfolio-Plattform Mahara und einem dazugehörigen Moodle-Kursraum für jede Klasse.

Der Moodle-Kurs stellt eine Art „digitale Erweiterung des Klassenzimmers“ dar und ist lehrerzentriert strukturiert. Hier werden Arbeitsaufträge gestellt, Ergebnisse präsentiert und Gruppenentscheidungen dokumentiert. Mahara hingegen ist schülerzentriert und individuell von jeder/m Lernenden gestaltbar. Hier fügt jede/r selbstverantwortlich ihre/seine Inhalte ein, bildet Arbeitsprozesse und Entscheidungswege ab und erstellt daraus schließlich Ergebnisse und Präsentationen in Form von „Ansichten“. Diese Ansichten können anschließend für die Klasse, den/die Lehrer/in, den/die Praktikumsbetreuer/in im Betrieb o.a. zugänglich gemacht werden.

Die ePortfolio-Plattform ist zugleich Mittel und Zweck in pädagogischer Hinsicht: Zum einen werden neue Formen der (dezentralen) kollaborativen Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Personengruppen, zum anderen digitale Innovationen und die sinnvolle Nutzung moderner Web 2.0 Anwendungen vermittelt und praxisorientiert miteinander verknüpft. Alle Beteiligten lernen neue Wege der Zusammenarbeit kennen und üben entlang eines konkreten Bedarfs schrittweise innovative digitale Anwendungen ein. Nur wenn es gelingt, überzeugende Handlungssituationen mit einem spürbaren Mehrwert für die Schul- und Ausbildungspraxis zu schaffen, kann eine breite Akzeptanz erzielt werden.

Die Plattform wird in verschiedenen Schulformen in Rheinland-Pfalz erprobt. Erste Kooperationsschule ist seit September 2011 die Realschule Plus in Ramstein. Hier wird in einer sogenannten „KOA“-Klasse (KOA = Keiner ohne Abschluss) mit sogenannten „benachteiligten“ Schüler/innen ein Schuljahr lang die Plattform getestet. 2012 kommen weitere Kooperationsschulen dazu.