Mein Onkel Atteya

Heldengeschichten stehen im Mittelpunkt des diesjährigen bundesweiten Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten.  Die Video-AG des Rabanus-Maurus-Gymnasiums in Mainz unter Leitung des Medienpädagogen Christian Gottas (medien+bildung.com) hat ihren Film „Mein Onkel Atteya“  eingereicht und damit den Landessieg in der Kategorie der 5. – 6. Klassen errungen. Am 31. August erhielten sie in Speyer ihren Preis aus den Händen von Staatssekretärin Vera Reiß (MBWJK) und Sven Tetzlaff (Körber Stiftung).

Laila, Schülerin am Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasium, hat einen echten Helden zum Onkel: In der Heimat ihrer Familie Ägypten hat Onkel Atteya an der Seite des ersten Staatspräsidenten Gamal Abd-el Nasser für die Republik gekämpft. Später fiel er in Ungnade, landete im Gefängnis und musste fliehen. Die Geschichte ihres Onkels hat Laila in der Ethik-AG der 6. Klasse aufgeschrieben. Jeder Schüler der AG hatte anfangs des letzten Schuljahres die Aufgabe bekommen, eine Geschichte zu einem Familienhelden zu schreiben. Die fertigen Berichte wurden im Dezember 2008 der Video-AG überreicht, die sich aus 25 Heldengeschichten eine heraus suchte, die sich besonders gut für eine Verfilmung eignete.

Noch in der Vorweihnachtszeit begann die Video-AG mit der Arbeit am Drehbuch und der Suche nach Drehorten und Kostümen. Dabei zeigten die Schüler/innen hohen Enthusiasmus und große Kreativität. Mit Hilfe des „Green Screen“ Verfahrens versetzte das Team die Handlung einfach ins Kairo der 50er Jahre; Kostüme bastelten die jungen Schauspieler/innen und Kameraleute selbst.
Aus dem 80-seitigen Manuskript der Ethikgruppe entstand so ein farben- und effektreicher, spannender sechsminütiger Film. Auch ein lustiges Making Of produzierte das Filmteam. „Mein Onkel Atteya“ und „Making of Atteya“ sind auf der Website www.medien-bilden.de von medien+bildung.com anzusehen.

Nach den Schulferien sickerte durch, dass die beiden Arbeitsgruppen der 5. und 6. Klassen des Rabanus-Maurus-Gymnasiums mit ihrem Film einen Preis bekommen würden. Dann kam die Einladung nach Speyer ins Landesarchiv, wo am 31. August die Landessieger des Geschichtswettbewerbs durch Staatssekretärin Vera Reiß ausgezeichnet wurden. Nun heißt es Daumendrücken und zittern, denn in den nächsten Monaten entscheidet die Bundesjury und wählt unter allen Landessiegern die Bundespreisträger aus.

Im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten »Helden: verehrt – verkannt - vergessen« vergab die Landesjury Rheinland-Pfalz 20 erste Preise und 20 Förderpreise. Insgesamt 447 Schülerinnen und Schüler hatten sich in Rheinland-Pfalz mit 133 Beiträgen beteiligt. Der Wettbewerb wird seit 1973 von der Hamburger Körber-Stiftung ausgerichtet.