Er liebt mich!

Die Video AG und die Theater AG der Regionalen Schule in Deidesheim haben im ersten Schulhalbjahr ein gemeinsames Projekt verwirklicht: Die Gedichtverfilmung „Er liebt mich“ frei nach einem Gedicht von Richard L. Wagner. „Er liebt mich“ feiert am 26. Mai 2008 um 20 Uhr im Physiksaal der Schule Premiere. Projektleiterin und Leiterin der Video-AG ist die Medienpädagogin Katja Batzler von medien+bildung.com gGmbH (Ludwigshafen).

„Ich rufe es in die Telefonzellen – ich schreibe es an die Straßenbahnen“ - so beginnt das 1979 entstandene Gedicht „Sie liebt mich“ von Richard L. Wagner. Elf Mädchen der Regionalen Schule Deidesheim arbeiteten seit Oktober letzten Jahres intensiv an der Verfilmung des Gedichts. Die Mitglieder der Video-AG (unter der Leitung der Medienpädagogin Katja Batzler / medien+bildung.com) und der Theater-AG (unter Leitung der Lehrkräfte Tonja Hager und Wilfried Schneider) interpretierten das Gedicht neu, schrieben es in „Er liebt mich“ um und setzten es für die Kamera in Szene. Der Schulleiter Erich Bernhard unterstützte das Projekt und gab den Schülerinnen sogar einen Vormittag schulfrei, damit sie die poetischen Liebeszeilen u. a. am Bahnhof Deidesheim verfilmen konnten.

Während der Aufnahmen passierte viel Lehrreiches und Lustiges: An einem Regionalzug (der als Ersatz für die Straßenbahn im Original herhalten musste) brachte das Team ein mit „Er liebt mich“ beschriebenes Schild an, das dann effektvoll für die Kamera in die Ferne entschwindet. Hauptdarstellerin Teuta Gjikolaj schaut ihm sehnsuchtvoll nach, denn sie will der ganzen Welt mitteilen, wie verliebt sie ist. Für die Filmgruppe war es eine Riesenüberraschung, dass das Schild eine Stunde später immer noch am Zug klebend wieder in den Deidesheimer Bahnhof einfuhr.

Die Umsetzung der Gedichtzeilen entwickelten die Schülerinnen gemeinsam mit der Projektleiterin; die einzelnen Szenen wurden dann vor der Videokamera geprobt. Die Projektzeit zog sich von der ersten Ideenfindung bis zu den letzten Aufnahmen über ein halbes Jahr hin. Für manches der Mädchen waren die Arbeiten am Film eine harte Geduldsprobe; nicht alle elf hielten durch. Die gemeinsame Arbeit an einem Film verlangt viel Disziplin, kreative Medienkompetenz und ein gutes Team – das mussten alle Beteiligten lernen. „Jetzt weiß ich, wie viel Geduld man als Schauspielerin braucht“ meint Belinda Schempp, die eine zweite Hauptrolle hatte. Pannen und häufige Wiederholungen von Szenen strapazierten die Nerven, aber sie schweißten ein Team zusammen, in dem die beteiligten Mädchen neue Freundschaften schlossen und neue Kompetenzen an sich entdecken konnten. Saskia Renner und Marina Kürzinger z. B. wurden ein eingespieltes und konzentriertes Kamerateam; gemeinsam möchten sie bald eigene Filme produzieren. Die Medienpädagogin Katja Batzler konnte die beiden mit ihrer Begeisterung für Film und Theater anstecken. Voll guter Laune gingen die Mädchen vom letzten Drehtag in die Osterferien, denn trotz starken Winds und ständig wegfliegender Requisiten waren alle Szenen „im Kasten“. Die Making Of Kamera hat die „windigen Pannen“ eingefangen; auch sie werden bei der Premiere am 26. Mai 2008 um 20 Uhr im Physiksaal der Regionalschule präsentiert. Die Besucher der Filmpremiere können sich auf eine romantische Gedichtverfilmung freuen, die verliebte Gefühle von Mädchen authentisch widerspiegelt - denn das Originalgedicht von 1979 hat nichts von seiner Gültigkeit verloren.