Der Film "Mannemer sein"

Der Film "Mannemer sein" von Mario Di Carlo ist Ausgangspunkt eines Projekts zu den Themen Identität, Integration, Engagement und Heimat.

Alicia Gasco (20) ist Fertigungsmechanikerin bei der Daimler AG in Mannheim und Mitglied im Ortsjugendausschuss der IG Metall. „Dass wir Jugendliche selbst für unsere Zukunft kämpfen, das ist für mich Engagement. Dass man einfach weiß, ich hab ein Ziel, ich will was erreichen, ich mach das - egal was mir in den Weg kommt,“ lautet ihr Motto.

Ibrahim Alboga (18) ist Schüler, in seiner Freizeit Dialogbeauftragter in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee und spielt Theater in der Creative Factory. Er sagt: „…ich finde es sehr wichtig, dass man Zeit für etwas investiert, sehr viel Zeit, aber dafür kein Geld bekommt.“

Warum entscheiden sich Jugendliche dafür, sich freiwillig und ohne Lohn in ihrer Stadt zu engagieren? Was ist ihr Antrieb dabei; was erhoffen sie sich davon? In Mario Di Carlos neuem Dokumentarfilm „Mannemer sein“ lernen wir acht junge Mannheimer/innen kennen, die sich in vielen Punkten – Herkunft, Religion, politische Ansichten, Interessen, Neigungen – unterscheiden, die sich aber alle dafür entschieden haben, sich aktiv einzubringen, für andere und für sich selbst.

Jagoda Michalska (27), Phillipp Michalski (19) und Frederic Michalski (15) sind Geschwister. Sie sind aktive Mitglieder der polnischen katholischen Gemeinde (Phillipp und Frederic als Ministranten) und alle drei Kickboxer bei den Black Scorpions. „...Gott hat gesagt, man soll aus seinen Talenten was machen und das ist jetzt mal mein Talent,“ sagt Frederic. „Wenn man einen anderen besiegt, ist man gut. Aber wenn man sich selbst besiegt, ist man sein Meister,“ ergänzt Phillipp. Der Film „Mannemer sein“ sieht und hört 8 jungen Menschen dabei zu, wie sie sich als Teil ihrer Stadt definieren, wie sie sich ihren Platz erobern und ihre Lebenspläne entfalten.

Dabei geht nicht immer alles glatt. Phillipp weiß, dass nicht jeder seine Kickbox-Begeisterung teilt. Und Hamidou Bouguerra (16), der Greenpeace-Aktivist, kennt den Konflikt, „…wenn ich mal wieder länger weg bin und ich eigentlich hätte lernen sollen und ich lieber was getan habe, um die Welt zu retten…“
Mannheim – die  Stadt, in der alle acht leben – ist nicht immer „Heimat“, aber in jedem Fall wichtiger Bezugspunkt. „Wenn man Mannheim liebt, dann ist man Mannheimer,“ sagt Melanie Meinhardt (22), deren „Herz blau-schwarz schlägt“ für den Fußballverein SV Waldhof Mannheim. „Ich würd sagen, man ist Mannheimer, wenn man mit der Frau Müller zwei Stockwerke tiefer schon mal geredet hat,“ sagt Jagoda Michalska. „Ja typisch Mannheimer - dazu fällt mir gleich ein: Man sagt was man denkt und macht was man will,“ meint Annika Komanns (18), die viel Zeit und Kraft in ihre Pfadfindergruppe steckt.

Die jungen Mannheimerinnen und Mannheimer sind keine fehlerfreien Vorbilder, und sie wären sich untereinander in vieler Hinsicht uneins. Mario Di Carlos Film setzt Aussage gegen Aussage und entwirft ein vielschichtiges und buntes Bild vom Leben der acht. Wir erfahren, wie sich acht Individuen entfalten, und wie sie sich zugleich im multikulturellen Leben der Großstadt integrieren. Hamidou: „Wir sind alle die gleichen Menschen, wir haben alle das gleiche Ziel und arbeiten alle gemeinsam…“

Der Film „Mannemer sein“ ist Ausgangspunkt eines gleichnamigen Projekts von medien+bildung.com. Schulische und außerschulische Gruppen beschäftigen sich auf der Grundlage des Films kreativ und medial mit den Themen Identität, Integration, Engagement und Heimat. Mit der Filmpremiere am 15. März beginnt eine Reihe von Workshops, deren Ergebnisse auf der Projektwebsite www.mannemersein.de veröffentlicht  werden. Weitere Veranstaltungen und öffentliche Aktionen schließen sich an.

Mannemer sein ist ein Projekt von medien+bildung.com im Rahmen des Mannheimer Aktionsplans für Toleranz und Demokratie, gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN".

Namen und Daten
Mannemer sein (Der Film)
Länge: ca. 57 Min.
Regie: Mario Di Carlo
Kamera: Klaus Woller
Ton: Reginald Stadler, Oliver Stockinger, Timo Melk, Markus Himburg
Schnitt: Björn Bretschneider
Regieassistenz: Julia Graf, Eva Burkard
Setfotograf: Erkan Sezer
Musik: Peter Tröster
Produzent: Hans-Uwe Daumann
Logo-Design: Rhea Häni, Kristin Lauer
Mitwirkende: Alicia Gasco, Melanie Meinhardt, Annika Komanns, Ibrahim Alboga, Hamidou Bouguerra, Jagoda Michalska, Phillipp Michalski, Frederic Michalski

Eine Produktion von medien+bildung.com im Rahmen des Mannheimer Aktionsplans für Toleranz und Demokratie. Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms “TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“.
Kooperationspartner: Integrationsbeauftragter der Stadt Mannheim, Kulturamt der Stadt Mannheim, Jugendamt der Stadt Mannheim, OK TV Ludwigshafen, FilmCommission MRN

Am 15.3.2012 erlebte der Film "Mannemer sein" im Mannheimer Kino Atlantis eine ausverkaufte Premierenvorstellung.

Mannemer sein - die DVD

Die DVD des Films "Mannemer sein" (57 min) kann gegen eine Verwaltungs- und Portopauschale von 5,- Euro angefordert werden bei:

medien+bildung.com, Turmstr. 10, 67059 Ludwigshafen, 0621-5202256, info(at)medienundbildung.com

 

Vielfalt-Mediathek

Der Film "Mannemer sein" ist Bestandteil der Vielfalt-Mediathek und kann dort - neben vielen anderen Ergebnissen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" kostenfrei entliehen werden.