„Medieneinsatz im Unterricht“ - angehende Lehrer/innen erproben praktische Medienarbeit

Das Seminar „Medieneinsatz im Unterricht“ hat Maren Risch im Wintersemester 2008/09 zum zweiten Mal an der Universität Mainz durchgeführt. Die Medienpädagogin gehört zum Team des Regionalbüros Mainz von medien+bildung.com.

Durch ihre Arbeit in Ganztagsschulen konnte Maren Risch feststellen, dass Medien bei den Schüler/innen fest in der Lebenswelt integriert sind. Handy, Internet-Foren und Powerpoint – viele Schüler/innen nutzen diese Medien aktiv und selbstbewusst. Auch der Technikpool der Schulen, an denen die AGs stattfinden, ist teilweise sehr modern und gut ausgestattet.

„Medien sollten gewollt sein“

Alle reden davon, dass Medienkompetenz in der Schule vermittelt werden sollte. Unklar bleibt für die Lehrenden und – wie sich jetzt herausstellte – auch für den Lehramtsnachwuchs, warum und wie mit (oder über?) Medien im Unterricht gearbeitet werden könnte / sollte. Welches pädagogische Problem, welche fachliche Fragestellung hilft der Medieneinsatz u. U. (besser) zu lösen? Solche Fragen treten aber meist in den Hintergrund, denn für Lehrkräfte scheint der Weg zur praktischen Medienkompetenz oft von ganz anderen Hindernissen verstellt zu sein: Handyverbot auf dem Schulgelände, gesperrte Seiten auf dem Schulserver, fehlende Verbindungskabel oder ein bereits ausgeliehener Beamer. Bedingungen, die den Einstieg in die Medienbildung erschweren und das kreative Arbeiten zu unterrichtsrelevanten Themen mit Medien nahezu unmöglich erscheinen lassen.

Dazu kommt, dass der Einsatz des Computers und des Internets im Unterricht von verschiedenen Seiten Kritik erfährt. Häufig gehen die Meinungen innerhalb des Kollegiums bereits stark auseinander. Dabei kann kaum bestritten werden, dass Medien helfen, Lernumgebungen neu zu gestalten, und dass sie das problemorientierte Lernen damit positiv unterstützen. Schüler/innen sollen so zu Forschenden werden, die Medien als Werkzeuge sinnvoll für ihre Lösungsstrategien einsetzen können.

Das Seminar an der Universität Mainz setzt genau dort an. Die Studierenden nehmen selbst die Perspektive des Forschenden ein, indem sie verschiedene Medien selbst ausprobieren und auf ihr Potenzial zum Einsatz im Unterricht erproben. Die Dozentin gibt einen kurzen Input zur Mediennutzung von Schüler/innen, bietet Methoden für den Medieneinsatz in Schule und Unterricht an, und erörtert Schritte zur mediendidaktischen Planung von Unterricht mit Medien als Unterrichtswerkzeug.

„Viele Möglichkeiten des Handys waren mir gar nicht so klar. Ich will in jedem Fall mehr ausprobieren!“, berichtet eine Studentin aus dem Seminar.
„Das Seminar gab mir die Möglichkeit, eigene Methoden für den Einsatz von unterschiedlichen Medien als Werkzeug im Unterricht zu entwickeln“, meint ein Teilnehmer, der seine Moderationsfähigkeiten direkt im Seminar erproben konnte.

Die Veranstaltung „Medieneinsatz im Unterricht“ bestand aus Blöcken, in denen jeweils eines der Medien Video, Handy, Internet und Lernsoftware thematisiert wurde.