Kurz&Gut - Kurzfilmworkshop 2008 von 25.03. bis 28.03.2008

Am 25.03.2008 war es wieder soweit. Zum mittlerweile fünften Mal fand der Kurzfilmworkshop „Kurz&Gut“ im Haus der Medienbildung in Ludwigshafen statt. Dieser inzwischen schon traditionelle Workshop an den ersten 4 Tagen nach Ostern bietet Jugendlichen zwischen 14 und 22 Jahren die Möglichkeit alle Aspekte des Kurzfilme- Machens kennen zu lernen und ihren eigenen Kurzfilm zu drehen.
Um 09:00 Uhr fanden sich die 17 Teilnehmer/-innen im Studio des offenen Kanals ein. Zunächst gab es eine lockere Vorstellungsrunde und anschließend erläuterte Daniela Parr, die Workshopleiterin, den Ablauf der Woche. Der erste Tag war für die Ideenentwicklung vorgesehen, der zweite und dritte Tag für den Filmdreh und am letzten Tag sollte das Filmmaterial geschnitten werden. Jeder Teilnehmer sollte mindestens einmal Regie führen und einmal die Kamera bedienen. Hinsichtlich eines besseren organisatorischen Ablaufs wurden zwei Gruppen gebildet - eine jüngere Gruppe mit den 13- und 14-jährigen und eine ältere Gruppe mit den 15- bis 22-jährigen. Zunächst blieben die Teilnehmer/-innen aber erstmal zusammen und bekamen die Kurz&Gut-Filme der letzten Jahre vorgeführt. Auf Wunsch der Gruppe zeigte die Leiterin des Workshops, Daniela Parr, auch noch ihren Bewerbungsfilm für die Filmhochschule.

Nach der Filmvorführung gab es ein paar Auflockerungsübungen aus dem Improvisationstheater, um die Kreativität der Teilnehmer/-innen zu fördern. Besonders die Übung „Figur modellieren“ bereitete der Gruppe viel Freude. Bei dieser Übung bekam eine Person von den Anderen jeweils eine Sache (z.B. Körperhaltung, Bewegung, Geräusch, Satz) vorgegeben und musste diese Figur anschließend spielen. Beim Anschauen dieser modellierten Figuren wurde innerhalb der Gruppe jedes Mal viel gelacht.
Auch die Durchführung weiterer Kreativtechniken machte den Teilnehmer/-innen viel Spaß und sollte ihnen darüber hinaus die Entwicklung von Ideen für einen Kurzfilm erleichtern. Zur konkreten Ideenentwicklung wurden die Teilnehmer/-innen dann in die zwei Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen bekamen drei Vorgaben, die sie bei der Entwicklung der Handlung berücksichtigen sollten. Erstens sollte der Kurzfilm relativ wenig Dialoge enthalten, zweitens sollte er eine interessante und überraschende Auflösung haben und drittens sollte sich der Drehort, wenn möglich, auf ein Einkaufszentrum, das Studio und den Keller im offenen Kanal beschränken, da es dieses Jahr sehr kalt war und wenig im Freien gedreht werden sollte. Inhaltlich waren beide Gruppen bei der Entwicklung der Handlung völlig frei. Die Teilnehmer/-innen waren bei der Ideenentwicklung sehr kreativ und nahmen die angebotene Unterstützung nur selten in Anspruch.
Nach der Mittagspause präsentierten beide Gruppen zunächst ihre Ideen und wurden anschließend, getrennt voneinander, in die Entwicklung eines Storyboards eingeführt. Hierzu wurde den Teilnehmer/-innen das Storyboard des Films „Empire of the Sun“ und einzelne Szenen aus diesem Film vorgeführt, wodurch den Teilnehmer/-innen verdeutlicht wurde, dass das Storyboard vom späteren Film durchaus abweichen kann. Anhand der Ideenentwicklung zeichnete nun jeder Teilnehmer eine Filmszene, die ihm/ihr am besten gefallen hat und in der er später Regie führen sollte. Anschließend wurden die einzelnen Szenen zu einem Film zusammengefügt, wobei fehlende Szenen gemeinsam ergänzt wurden. Im Film der jüngeren Gruppe sollte es um einen entflohenen Bankräuber gehen, die ältere Gruppe wollte sich mit dem Thema Jugendkriminalität auseinandersetzten. Nachdem die Drehbücher für beide Filme fertig gestellt waren, ging der erste ereignisreiche Tag des Workshops zu Ende.

Zu Beginn des zweiten Tages wurden die Teilnehmer/-innen zunächst einmal in die Kameratechnik eingeführt. Anschließend teilten sich beide Gruppen wieder auf. Die jüngere Gruppe setzte sich erstmal zusammen um den Drehtag zu besprechen und die ältere Gruppe machte sich direkt auf den Weg ins Rathaus- Center um mit den Dreharbeiten zu beginnen. Dabei wurden wir vom Sicherheitspersonal einige Male nach einer Drehgenehmigung gefragt, die wir uns aber glücklicherweise bereits am Vortag besorgt hatten. Die Stimmung bei den Dreharbeiten im und vorm Rathaus-Center war gut und alle waren engagiert bei der Sache. Die jüngere Gruppe drehte am ersten Drehtag ausschließlich im offenen Kanal. Auch hier war die Stimmung gut und die Szenen waren relativ schnell im Kasten. Für besondere Erheiterung sorgte eine Szene in der einige Teilnehmer/-innen ein SEK-Kommando darstellen sollten. Leider gab es nicht genug Waffen und so kam es, dass ein „SEK-Beamter“ ohne Waffe die Wohnung stürmen musste. Später im Film fällt dies allerdings kaum auf. Die letzte Szene des Tages drehten wir mit der älteren Gruppe an einem Brunnen im Hemshof. Bei dieser Szene sollte eine Bierflasche zerschmissen werden, was auf Anhieb nicht sofort klappte und deswegen einige Male wiederholt werden musste. Bei dieser Szene hatten die Gruppenmitglieder besonders viel Spaß.
Für die erste Szene des zweiten Drehtages hatte sich die ältere Gruppe am Turmrestaurant des Ebertparks verabredet und stand im wahrsten Sinne des Wortes im Regen. Der Stimmung tat dies allerdings keinen Abbruch und so wollte die Gruppe sofort mit den Dreharbeiten beginnen. Doch das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten. Das Turmrestaurant hatte geschlossen und so konnten wir die geplante Szene mit offener Eingangstür zunächst nicht drehen. Allerdings sorgte eine glückliche Fügung dafür, dass wir die Szene doch noch in den Kasten bekamen. Wir trafen auf eine Maklerin, die zufällig gerade mit einem Interessenten verabredet war. Sie öffnete uns die Tür und wir konnten die Dreharbeiten zur allgemeinen Freude doch noch fortsetzen. An dieser Stelle dafür nochmals vielen Dank! Am Nachmittag fiel dann leider eine der beiden Hauptdarsteller/-innen aus und musste durch eine andere Teilnehmerin ersetzt werden. Da die beiden Hauptdarsteller/-innen bei der letzten Szene im Rathaus-Center Kapuzen trugen, fällt der Austausch allerdings überhaupt nicht auf. Auch die jüngere Gruppe filmte am zweiten Drehtag im Rathaus-Center, was erneut die Aufmerksamkeit des Sicherheitspersonals erregte. Und so wurden auch hier die Dreharbeiten einige Male unterbrochen um die von den Sicherheitsleuten geforderte Drehgenehmigung vorzuzeigen. Ansonsten verlief der Dreh allerdings reibungslos und machte allen Beteiligten sehr viel Freude.

Am letzten Tag des Workshops setzten sich beide Gruppen, getrennt voneinander, zusammen und begannen mit dem Schneiden des Filmmaterials. Zuvor gab es natürlich erst mal eine Einführung in das Schnittprogramm. Dann schnitt jeder Teilnehmer die Szene, in der er auch Regie geführt hatte. Da die Teilnehmer sehr gut mit dem Schneiden zu recht kamen und vorher schon genau besprochen worden war, wie die einzelnen Szenen aussehen sollten, war der Rohschnitt relativ schnell fertig. Sehr unterhaltsam war das Zusammenschneiden der Outtakes, also der Pannen und Versprecher beim Dreh, von denen es einige gab und die teilweise wirklich zum Totlachen waren. Der „Feinschliff“ und die Nachvertonung der Filme sollte dann erst in der nächsten Woche von einer Praktikantin und einem Praktikanten gemacht werden.

Alles in Allem war der Workshop ein voller Erfolg. Alle Beteiligten hatten sehr viel Spaß und waren mit kreativem Engagement bei der Sache. Auch die Arbeitsatmosphäre und die Zusammenarbeit, sowohl zwischen den Gruppenleiter/-innen und den Gruppen als auch unter den Teilnehmer/-innen, waren hervorragend. So war die gesamte Arbeitswoche sehr produktiv, was auch die beiden Kurzfilme zeigen.
Vor dem Hintergrund einer so erfolgreichen Workshopwoche darf man sich auf jeden Fall schon auf nächstes Jahr freuen, wenn es wieder heißt: Kurz&Gut!