Die FilmKids bei der Kids&Teens AkademieWerkstatt

Zum dritten Mal veranstaltete die Bürgerstiftung Ludwigshafen in den Sommerferien 2008 die "Kids&Teens AkademieWerkstatt". medien+bildung.com übernahm die Patenschaft für die "FilmKids", eines von sieben thematischen Angeboten der Workshop-Woche. Michèle Kraft, eine der 3 FilmKids-Betreuerinnen, berichtet:

Kids und Teens, ein Projekt bei dem Jugendliche Kindern etwas beibringen, etwas zeigen und diese unterhalten: Letzteres war bei uns eher der Fall. Als Teens haben wir schon am ersten Tag festgestellt, dass man mit einfachem Erklären und Erzählen bei 7 zappligen Jungen nicht weit kommt. Da bedarf es wortwörtlich eines Sonderprogramms. So verlegten wir viel Theorie in die Praxis und versuchten eine gewisse Autorität gegenüber den Jungen aufzubauen.

Unseren ersten Tag begannen wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Jeder sollte seinen Namen und seine Hobbys sagen. Danach folgte die Einweisung in die technischen Geräte. Einige Kinder hatten schon Kameraerfahrungen in anderen Projekten gesammelt und durften somit den noch unerfahrenen Kids einen Teil erklären. Nun starteten wir ein kleines Praxisexperiment. An der frischen Luft bekamen die Kinder die Aufgabe, sich vor einem relativ neutralen Hintergrund gegenseitig zu Interviewen. Dabei sollten Fragen nach dem Namen, dem Wohnort, Hobbys oder warum an dem Projekt teilgenommen wird gestellt und beantwortet werden. Damit das ganze nicht zu chaotisch wurde, gab es natürlich auch noch einen Regisseur und einen Kameramann. Jedes Kind durfte einmal jede dieser Rollen ausüben. Da die Konzentration nach dieser Aufgabe ziemlich abgenommen hatte, durften die Kinder ihrem heißgeliebten Hobby nachgehen und Fußball spielen. Damit die Spielerzahl aufging und noch weitere Praxiserfahrung gesammelt werden konnte, hatten wir bei diesem Spiel immer ein Kind, das das Fußballspiel mit der Kamera aufzeichnete.

Nach der Mittagspause erstellten die Kinder in Zweier- oder Dreiergruppen ein Mind-map zum Thema "Sommernachtstraum". Die Ergebnisse wurden an der Tafel gesammelt und besprochen. Als Letztes für diesen Tag schauten wir uns gemeinsam mit den Kindern die aufgenommenen Szenen des Fußballspiels an und analysierten diese.

Unser zweiter Tag verlief sehr ruhig. Wir erklärten die verschiedenen Kameraeinstellungen und Beispiele. Gemeinsam fingen wir an, ein Storyboard zu schreiben. Jedes Kind suchte sich aus den zusammengetragenen Ergebnissen des mind-maps ein Beispiel heraus und erarbeitete daraus eine kleine Szene. Nach der Mittagspause wurde mit dem Dreh der ersten Szene begonnen. In der Szene geht es um einen Jungen, der in die Klasse kommt, an einen Tisch geht, ein Buch aufschlägt, aber dieses immer wieder automatisch zugeht. Am Ende haben die Kinder noch mit der Kamera experimentiert und sich spontan weitere kleine Szenen überlegt, die sie filmen möchten.

Für den dritten Tag hatten wir einen kleinen Ausflug geplant. Es ging auf die Parkinsel, um zwei weitere Szenen zu drehen. Einmal ein „ungewöhnliches“ Fußballspiel, bei dem die Spieler rückwärts laufen und eine Szene mit einem Jungen, der beim Träumen auf der Wiese von einem Monster überrascht und verfolgt wird. Am Nachmittag machten wir noch eine kleine „Wasserschlacht“ und dann war auch schon wieder Schluss.

Am vierten Tag wurden die letzten drei noch fehlenden Szenen gedreht. Die erste Szene handelte von einem Papierturmspringer, der von einem hohen Sprungturm ins Wasser springt. Eine weitere Szene handelte von mehreren Jungen, die vergeblich versuchten, einen Ball in einen Mülleimer zu werfen, der aber immer wieder heraussprang. Und die letzte Szene handelt von einem Jungen, der in einer Sporthalle von einem Ball verfolgt wird und aus Angst wie Superman ein Klettergerüst hochspringt. Zwischendurch spielten die Jungs Fußball, um sich austoben zu können. Am Ende des Tages wurde auch teilweise schon angefangen zu schneiden.

An unserem letzten Tag, sind wir durch die Schule gelaufen und haben einige der anderen Gruppen gefilmt. Als letztes haben wir gemeinsam mit den Kindern den an den vier vorigen Tagen produzierten Film angeschaut, den wir Betreuerinnen in Nachtarbeit fertig geschnitten hatten.

Nach der Workshopwoche komplettierten wir den Film mit Musik und Titeln; bei einem Nachtreffen im September wird er Premiere feiern.