In der dritten Juliwoche konnten Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren ihrer Kreativität freien Lauf lassen und mit der Fotokamera experimentieren. Unter der Leitung von Melanie Merkowski entstanden durch unterschiedliche Methoden aufregende Bilder und Collagen.

Los ging es am ersten Tag mit „Straßen-Fotografie“. In Kleingruppen begaben sich die Teilnehmer/innen auf einen Streifzug durch den Hemshof und fotografierten alles, was ihnen entweder zum Thema „Farben“, „Perspektive“ oder „Bildpaare“ vor die Linse kam.

An den folgenden Tagen konnten sich die Jugendlichen nach ihren Interessen in zwei Hauptprojekten austoben. Bei „Foto-Art“ interagierten die Teilnehmer/innen mit einem von ihnen selbst entworfenen Hintergrund. Mit phantasievoll gestalteten Malereien konnten Hobbies, Eigenschaften oder kreative Ideen dargestellt werden. Dabei war es besonders interessant verschiedene Emotionen und ausdrucksstarke Posen vor demselben Hintergrund auszuprobieren. Es war aufschlussreich zu sehen, wie man Gefühle und Handlungen in einem einzigen Bild festhalten kann und wie die eigene Körperhaltung und Mimik auf andere wirkt. Die Teilnehmer fanden: „Die Zusammenarbeit in der Gruppe machte Spaß und die Bilder wurden auch gut.“

Unter dem Überbegriff „Inszenierte Fotografie“ versuchten die Jugendlichen Facetten ihrer eigenen Identität bildlich einzufangen. Unter Einsatz von allerlei Requisiten wurde eine Installation gestaltet, um sie in verschiedenen Einstellungsgrößen und Perspektiven festzuhalten. Auch der Green-Screen konnte hierbei eingesetzt werden, um später am Computer schöne bis skurrile Werke zu gestalten. Experimentiert wurde auch mit Beamerprojektionen. Es entstanden einfallsreiche und künstlerische Szenerien aus Schattenspielen und Interaktionen mit Bild und Licht. Auch hier abstrahierten die Teilnehmer ihre Eigenschaften und Leidenschaften um dem Betrachter einen Eindruck ihrer Persönlichkeit zu vermitteln. Ähnlich sahen das auch die Teilnehmer: „Am Ende kam ein schönes Bild heraus, das etwas über die Person aussagt, die auf dem Bild ist.“

Neben den Großprojekten, die sich über mehrere Tage erstreckten, gab es auch verschiedene kleinere Projekte. Hier ein Überblick über einige ausgewählte Aktionen:

  • Lichtspiele: Das Thema Licht und Schatten spielte bei diesen Bildern eine tragende Rolle. Die Jugendlichen leuchteten transparente und blickdichte Gegenstände mit verschiedenen farbigen Lampen aus. Dabei konnten die entstehenden Effekte mit einer Milchglasscheibe und Spiegeln unterstützt werden. Die so geschaffenen Fotos setzen Gegenstände eindrucksvoll in Szene. Mitunter scheint es, als würden die Objekte schweben oder für eine Werbekampagne präsentiert werden. Dass ein Foto nicht immer beim ersten Versuch gelingt, mussten auch die Teilnehmer feststellen: „Damit das Vorgehen gelingen kann ist es wichtig nur das Zielobjekt, in unserem Fall die Glasfiguren, zu fotografieren.“
  • Licht-Graffiti: Die Teilnehmer hatten zudem Gelegenheit ihre persönlichen „Licht-Graffitis“ zu erstellen. Hierzu wird in einem sehr dunklen Raum eine Lichtquelle mit langer Belichtungszeit aufgenommen. Wird die Leuchte dabei bewegt können auf dem Foto abstrakte Formen und Muster aus Licht entstehen. Es ist jedoch auch möglich konkrete Symbole oder Wörter abzulichten. Die Jugendlichen experimentierten mit unterschiedlich langen Belichtungszeiten, verschiedenen Lichtern und Darstellungszielen. So entstanden außergewöhnliche Fotos, die bei den Teilnehmern auf große Begeisterung stießen.
  • Comic-Life: Mehrere Kleingruppen entwickelten Kurzgeschichten und setzten diese als Foto-Story um. Wie in einem Comic konnte in Textfeldern sowie in Sprech- und Gedankenblasen die Handlung vorangetrieben werden. Neben einer Parodie auf „Der Herr der Ringe“, entstand ein modernes Märchen aus einer Mixtur von Schneewittchen und Sherlock Holmes, sowie eine Geschichte über Wünsche und das Fabelwesen Dschini aus der arabischen Mythologie.

Am Ende des Workshops wurde eine Auswahl der Fotos in einer Ausstellung den Eltern und Freunden präsentiert.