Herbstferien im Wilden Westen

In den diesjährigen Herbstferien war es wieder soweit, das 6. Mal fand eine Kooperation zwischen dem Pfalztheater Kaiserslautern und medienundbildung.com statt. Nach einer intensiven, anstrengenden, lustigen und kreativen Arbeitswoche war die Herbstferienproduktion bühnenreif und am Sonntagnachmittag auf der Werkstattbühne des Pfalztheaters live zu sehen! Diesmal ließen sechzehn junge Protagonisten im Alter von 12 bis 14 Jahren Bühne und Leinwand zum wilden Westen werden. In nur insgesamt 20 Stunden entwickelten sie in den Räumlichkeiten des Offenen Kanals Kaiserslautern mit der Unterstützung des Theaterpädagogen Tobias Brutscher, der Medienpädagogin Christine Zinn und der FSJ`lerin Laura Kutz eine kurzweilige und spannende Geschichte von guten und bösen Cowgirls und –boys.

Was ist eigentlich typisch Western und welche filmgestalterischen Mittel werden in Westernfilmen angewandt? Diese und mehr Fragen stellten sich die Jugendlichen zu Beginn des Kurses und analysierten einige ausgewählte Filmbeispiele. Parallel hierzu entwickelten sie eigene Ideen und übten sich in verschiedenen Western-Charakteren. So gab es zum Ende böse und gute Cowgirls und Cowboys, Bardamen, einen Sheriff, seinen Deputy, einen Totengräber und einen Mexikaner, der der Geschichte als Erzähler einen gelungenen Rahmen bot.

Wie spielt man eigentlich eine Schlägerei in einem Saloon ohne sich dabei ernsthaft zu verletzen und wie kann eine Szene am Lagerfeuer gedreht werden ohne im Studio tatsächlich Feuer zu legen? Mit einfachen Mitteln probten und übten die hochmotivierten Jugendlichen vor und hinter der Kamera, um als Ergebnis am Freitagmittag ein Stück von rund 45 Minuten Spielzeit mit live gespielten sowie vorproduzierten Szenen auf Bühne und Leinwand bringen zu können. Jetzt hieß es nur noch bis Sonntag durchhalten und die vielen Requisiten sowie Kostüme vor Ort zu haben.

Bis dahin hatte ein Teil der Gruppe vor der Greenscreen für die Kamera gespielt, einige hatten trotz der eisigen Temperaturen in Kleid und dünner Weste eine Entführungsszene draußen aufgenommen und wieder andere hatten anhand spielerischer Improvisationsübungen gelernt, wie auf der Bühne Schlägereien dargestellt werden können. Spannend wurde es besonders für die Leitung, denn gegen Ende der Woche fehlte noch das Ende der Geschichte, es gab zwar viele sehr unterschiedliche Ideen, aber vorerst keine Einigung der Jugendlichen. Nach einigen Diskussionen entschieden sie sich dann auch im Hinblick auf die davon eilende Zeit für einen Blick in die Zukunft. Das bedeutete erneute Greenscreen-Aufnahmen und jede Figur der Geschichte konnte weitergedacht werden. In dieser Zusatzschlussszene „Was danach geschah ...“ gründete der nun doch am Ende des Stücks erschossene Sheriff mit den bösen Cowboys im Himmel eine Boygroup, der  Deputy wurde zum neuen Sheriff und die Bardamen wanderten nach Las Vegas aus.

Mit viel Witz und Eifer brachten die jungen Produzenten und Schauspieler ihre ganz eigene Westerngeschichte  am Sonntag, den 24.10.2010 auf die Bühne und gewannen das zahlreich erschienene Publikum für sich.