Schattenseiten der Handynutzung

Themen und Infotipps

Die Popularität des Handys hat leider auch unerfreuliche Kehrseiten, denn damit verbunden sind einige beunruhigende Fragen sowie potentielle Gefährdungen. Auch diese Themen sind es wert, im Unterricht behandelt zu werden - und sie lassen sich gut mit einem der kreativen „taschenfunk“-Projekte verknüpfen. Deshalb haben wir in diesem Kapitel einige kurze Informationen sowie weiterführende Links für Sie zusammengestellt.

Cyber-Mobbing
Vor wenigen Jahren rief das sog. „Happy Slapping“ ein großes Medienecho hervor: as Phänomen von Schlägereien, die für die Handy-Kamera durchgeführt oder inszeniert werden, war bald wieder aus der Medienöffentlichkeit verschwunden, derartige Taten sind es jedoch nicht, wie Studien zeigen. Auch heute noch gibt es zahlreiche Fälle des „Happy Slapping“ oder auch andere Vorkommnisse des „Cyber-Mobbing“: Hierunter fallen sämtliche Formen des Handy-Missbrauchs mit dem Ziel, andere Personen zu beleidigen, erniedrigen oder sie bloßzustellen. Konkrete Fälle von Cyber-Mobbing sind heimlich aufgenommene, unangenehme Fotos oder Videos, Drohanrufe und Belästigungs-SMS sowie Gewalthandlungen, deren Aufzeichnung im virtuellen Raum weitergegeben wird, um das Opfer fortlaufend zu demütigen.

Handy-Kosten
Die Anschaffung eines Handys ist immer mit regelmäßigen Folgekosten verbunden! Für Eltern ist es wichtig, diese Kosten möglichst minimal zu gestalten und sie im Blick zu behalten. Zudem müssen die Kinder ein Bewusstsein für die Kosten entwickeln und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy lernen. Da die angebotenen Vertragsformen äußerst vielfältig sind, gilt es, gut zu überlegen, welche Form am sinnvollsten ist: Eine Prepaid-Karte mit niedrigen Fixkosten und hohen Gesprächsgebühren, ein Vertrag mit monatlicher Basisgebühr und niedrigeren Einzelkosten oder eine Flatrate für Vieltelefonierer und intensive SMS-Nutzer.

  • Informationen und Anregungen für den Unterricht finden Sie z.B. bei www.lehrer-online.de (nach Stichwort „Handykosten“ suchen).

Downloads, Abos, Kostenfallen
Das Bestellen von Klingeltönen, Handylogos oder Spielen ist oftmals mit einem Abonnement verbunden und zieht somit (meist ungewollt) hohe Folgekosten nach sich. Auch hier ist es von großer Bedeutung, die Schüler/innen über Details aufzuklären.
Bekannte Kostenfallen sind sog. „Premium-SMS“, die beispielsweise bei der Bestellung von Klingeltönen, bei Gewinnspielen oder TV-Abstimmungen eingesetzt werden. Diese SMS sind deutlich teurer als reguläre SMS, der Preis liegt bei bis zu 2,99 Euro pro Nachricht. Die Gebühren für eine Premium-SMS werden über die Handyrechnung beglichen, ein Widerruf ist nicht möglich.
Noch teurer wird es, wenn man mit einer Premium-SMS ein Abo bestellt und dann monatliche Kosten zu begleichen hat. Die Kündigung eines solchen Abos ist zwar möglich, mitunter aber mit Anstrengungen verbunden.

Handy-Strahlung und Elektrosmog
Ob die Nutzung von Handys gesundheitsschädigend ist oder nicht, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt, was u. a. mit fehlenden Langzeitstudien über das relativ junge Medium zusammenhängt. Es wird vielfach davon ausgegangen, dass die elektromagnetischen Strahlungen („Elektrosmog“), die Handys in unmittelbarer Körpernähe aussenden, schädlich sind und beispielsweise Krebs auslösen können.
Aufgrund der ungeklärten Forschungslage rät das Bundesamt für Strahlenschutz deshalb dazu, möglichst viel mit schnurgebundenen Telefonen oder Headsets zu telefonieren, um die Strahlenbelastung zu verringern. Zudem ist beim Kauf eines Geräts auf den angegebenen SAR-Wert zu achten (SAR = „spezifische Absorptionsrate“), dieser sollte möglichst niedrig sein und ist in der Gebrauchsanweisung von Handys nachzulesen.

Handy-Müll und -Recycling
Rund 100 Mio. Handys gab es im Jahr 2008 laut Bitkom allein in Deutschland, weltweit sind geschätzte 3,3 Mrd. Geräte im Umlauf - eine gigantische Menge von künftigem Elektroschrott, der entsorgt werden muss.
Die Netzbetreiber sind jedoch dazu verpflichtet, alte Handys zurückzunehmen und zu recyceln, so dass noch funktionstüchtige Geräte oder Bauteile für den Wiederverkauf aufbereitet und defekte Handys fachgerecht entsorgt werden. Die Recycling-Programme der Anbieter sind teilweise mit Geldprämien für die Kunden oder Spenden für einen guten Zweck verbunden.
Eine weitere interessante Entwicklung ist unter dem Stichwort „Green-IT“ zu beobachten: Die IT-Branche bietet mittlerweile sog. "grüne Handys" an, die aus recyceltem Bio-Kunststoff bestehen und mit einem umweltverträglichem Innenleben ausgestattet sind. Zudem wird an einer Senkung des Standby-Stromverbrauchs sowie an umweltfreundlichen Brennstoffzellen-Akkus gearbeitet.

  • Mit dem Thema „Handy & Ökologie“ beschäftigt sich das Projekt „Handy trendy“ ausführlich: www.handy-trendy.de