Mahara User-Group gegründet

Von: Christian Kleinhanß

Der Besuch der Mahara-Spezialistin Kristina Höppner gab den Anstoß zur Gründung der Mahara User-Group Rhein-Neckar.

Von links nach rechts. 1. Reihe: Anna Zinßer, Frauke Brümmer, Jörg Schumacher, Ulrike Montgomery; 2. Reihe: Alex Büchner, Kristina Höppner, Tobis Hoffmann, Christian Kleinhanß

Auf Einladung von medien+bildung.com traf sich am 8. August 2012 eine Gruppe von eLearning-Experten aus der Metropolregion in Heidelberg, um einen weitgereisten Gast zu empfangen. Kristina Höppner ist Deutsche, arbeitet aber seit 3 Jahren für die Software-Firma Catalyst IT in Neuseeland. Sie ist eine der aktivsten Betreuerinnen der weltweiten Nutzergemeinde der ePortfolio-Lösung „Mahara“. Nach dem Fachaustausch mit Nutzergruppen in Boston und New York machte Frau Höppner nun auch in Heidelberg halt. Ihr Besuch gab den Anstoß zur Gründung der Mahara User-Group Rhein-Neckar.

In Neuseeland steht Mahara allen Schulen kostenlos zur Verfügung. Jede/r Schüler/in kann sich auf diesem zugangsgeschützten Onlineportal ein Portfolio anlegen, also eine Sammelmappe der individuell bedeutsamen Lerngegenstände. Das können Texte oder Fotos, Videos, Audioaufnahmen  oder Präsentationen sein. In Deutschland ist das Lernen mit Portfolio-Ordnern in den Kindertagesstätten bereits recht verbreitet. Nach dem gleichen Prinzip wird hier in analogen Ordnern all das gesammelt, was den derzeitigen Entwicklungsstandes des Kindes dokumentiert. Blättert man etwa durch die Kinderzeichnungen eines ganzen Jahres, können Erzieher/innen und Eltern sehr gut erkennen, wie sich etwa die Genauigkeit der Linienführung, der Einsatz von Farben und der Formenreichtum entwickelt haben.

Mahara ist eine ePortfolio-Lösung. Statt in Ordnern speichert man als Lernender seine Daten digital ab. Damit kann man sie später nach Schlagworten durchsuchen und auch die Einbindung von multimedialen Inhalten ist ganz einfach möglich. Diese Funktionen sind besonders interessant für das Lernen in der Schule und Hochschule. Besonders die Universitäten in Deutschland erforschen die Vorteile der Lernbegleitung mit ePortfolios. Dozenten können die Arbeiten von Studierenden im Prozess begleiten und kommentieren. Die Plattform ermöglicht es außerdem, dass eine Arbeitsgruppe an einem gemeinsamen Thema arbeitet und die Ergebnisse der Kommilitonen online einsehen kann. Damit wird das Arbeiten zu jeder Zeit an jedem Ort möglich. Man hat also in der Uni, zu Hause oder von unterwegs Zugriff auf seine Daten. Lerninhalte können auch per Handy in das eigene Portfolio geladen werden.

medien+bildung.com möchte diese Form des Lernens und der Dokumentation von Bildungsprozessen Schulen in Rheinland-Pfalz vorstellen. Die Phase des Betriebspraktikums bietet sich hierfür besonders an. Zum einen dokumentieren Schüler/innen bereits jetzt ihre Erfahrungen im Praktikum anhand einer Praktikumsmappe. Zum anderen treffen sie sich in dieser Zeit nicht in ihrem gewohnten Klassenverband. Mit einer ePortfolio-Plattform wäre beides online möglich.

Christian Kleinhanß, pädagogischer Leiter von medien+bildung.com, hatte im vergangenen Jahr mehrere Partner und Projekte kennen gelernt, die in der Metropolregion ebenfalls mit Mahara arbeiten. Diese Expertinnen und Experten nutzten am 8. August die Gelegenheit, sich mit Kristina Höppner über die neuen Entwicklungen des Bildungsportals auszutauschen. Gekommen waren Alex Büchner, dessen Firma Synergy Learning professionelles Hosting auch für Bildungsträger anbietet. Ulrike Montgomery ist stellvertretende Vorsitzende des bundesweiten Vereins www.moodleschule.de  und Lehrerin an der Max-Hachenburg-Schule in Mannheim. Mahara kann die Lernumgebung Moodle um interessante Lernmöglichkeiten erweitern. Frauke Brümmer ist die Mahara-Expertin der PH Heidelberg und betreut Lehrende und Lernende im Umgang mit diesem Portal. Begleitet wurde sie von den Tutoren Anna Zinßer und Tobis Hoffmann, die dabei mitwirken, die Akzeptanz von Mahara unter den Studierenden durch eine Begleitforschung zu evaluieren. Jörg Schumacher verantwortet als Projektleiter am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) das Projekt „mediengestützte Selbstlernphasen“. Mahara könnte gerade in Hinblick auf „peer-to-peer-Prozesse“, also das Lernen zwischen Gleichaltrigen von besonderem Wert sein.

Über drei Stunden lang dauerte der Fachdiskurs. Von besonderem Interesse für die Vertreter der Metropolregion war natürlich der Blick über den Tellerrand. Kristina Höppner eröffnete die internationale Perspektive und berichtete von dem sehr verbreiteten Einsatz von Mahara in den englischsprachigen Ländern. In Großbritannien und den USA aber in besonderem Maße auch in Australien und Neuseeland arbeiten Schulen und Hochschulen intensiv mit ePortfolios.

Am Ende stand der Entschluss zur Bildung einer Mahara User-Group Rhein-Neckar fest. Die Teilnehmer  des Treffens folgen damit einem Beispiel aus New York. Die dortigen Mahara-Usertreffen werden sogar im Internet übertragen, sodass sich immer wieder internationale Partner beteiligen können.
Die Mahara User-Group Rhein-Neckar ist offen für weitere Interessenten und Bildungsexperten. Das nächste Treffen findet im November an der PH Heidelberg statt. Voranmeldungen sind möglich über: kleinhanss(at)medienundbildung.com