Erlebte Geschichte – Tipps zum Weiterarbeiten

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Einwanderung der „Gastarbeiter“ nach Deutschland auf der Basis von Anwerbeverträgen mit Italien, der Türkei, Griechenland usw. Mit dem Abstand von 50 Jahren wird das Thema Arbeitsmigration „historisch“. Viele Einwanderer der ersten Generation sind sehr alt. Eine Reihe von Zeitzeugenprojekten und Initiativen für „Museen der Migration“ versuchen, die Erfahrungen der Pioniergeneration zu bewahren.
Die Arbeit am Thema Migration hat aber nicht nur den Zweck der Dokumentation von Zeitgeschichte: Auch Familiengeschichten werden erforscht, die von den spezifischen Erfahrungen der Auswanderung oder Flucht aus dem Herkunftsland, der getrennten und wieder vereinten Kernfamilien, der Integration im Aufnahmeland geprägt sind. Jugendliche, die in der dritten Generation „zwischen den Kulturen“ leben, wenden sich den Themen Identität und Heimat zu. Die Frage nach Ausgrenzung und Benachteiligung wird einer vergleichenden historischen und sozialen Betrachtung zugänglich.

Die 10 Interviews in „Ludwigshafen – meine Stadt“ laden zum Vergleich, zum Widerspruch und zur Überprüfung ein: Welche Erfahrungen haben meine Eltern, Großeltern mit Auswanderung und Flucht gemacht? Welche Menschen in meiner Umgebung sind aus welchen Gründen nach Ludwigshafen gekommen? Wie wurden sie hier heimisch? Wie stark sind sie noch in ihrem Herkunftsland verwurzelt?

Medien sind die geeigneten Instrumente, um Recherchen und Interviews aufzubereiten, zu dokumentieren und Anderen zugänglich zu machen. Forschungen von Schüler/innen können als Texte, Fotos, Videos oder Audiodateien festgehalten werden. Mit den Möglichkeiten des Internets können alle diese Formen kombiniert dargeboten werden; als Blog, als Wiki, mit der Oberfläche einer Landkarte oder alles zusammen auf einer Lernplattform.
medien+bildung.com verfolgt einen handlungsorientierten Ansatz der Medienbildung. Wir arbeiten daran, medienbasierte Methoden für den Fachunterricht fruchtbar zu machen. Wir kooperieren mit Schulen und außerschulischen Einrichtungen, arbeiten in der Aus-, Fort- und Weiterbildung, veröffentlichen Methoden und Projekte und freuen uns über Anfragen!

Fragenkatalog (Auszug)

- Seit wann leben und arbeiten sie schon in Ludwigshafen?
- Warum kamen sie nach Deutschland – Ludwigshafen?
- Wie war das Leben in ihrem Herkunftsland? Wie waren dort die beruflichen Möglichkeiten?
- Welchen Schulabschluss haben sie in ihrem Herkunftsland gemacht?
- Welcher beruflichen Tätigkeit sind sie in ihrem Herkunftsland nachgegangen?
- Erzählen sie doch bitte genau wie der Entschluss entstand nach Deutschland – Ludwigshafen zu kommen?
- Als sie ihren Koffer gepackt haben, was haben sie da alles reingepackt?
- Welche Dinge/Gegenstände wollten sie unbedingt dabei haben?
- Gibt es noch Dinge/Gegenstände von damals die sie aus Nostalgie aufbewahren, bzw. benutzen?
- Beschreiben sie doch bitte ihre Gefühle bei der Ankunft in Deutschland – Ludwigshafen? Was ist ihnen als erstes aufgefallen?
- Wie war die erste Zeit in Deutschland – Ludwigshafen?
- Was hat ihnen Kraft gegeben hier zu bleiben und nicht gleich wieder zurück zu fahren?
-  Beschreiben sie doch mal bitte die Stadt Ludwigshafen mit ihren eigenen Worten!
- Würden sie Ludwigshafen (auch) als ihre Heimat bezeichnen? Wenn ja warum, wenn nein warum?
- Könnten sie beschreiben wie Ludwigshafen ihre Heimat geworden ist (z.B. Arbeit, Geburt der Kinder, die Sprache, Freunde, Familie…)?
- Was macht den typischen Ludwigshafener aus?
- Sprechen sie auch Ludwigshafener Dialekt? Gibt es einen typischen Ludwigshafener Ausdruck/Sprichwort den man hier ständig in der Stadt hört und typisch für diese Stadt ist?
- Wann haben sie für sich selbst festgestellt, dass sie hier in Deutschland/Ludwigshafen bleiben möchten?
- Wenn sie heute in ein anderes Land auswandern müssten, welchen Gegenstand, welches Ding würden sie mitnehmen wollen, nicht unbedingt weil es ein nützlicher Gebrauchsgegenstand ist, sondern weil sie an ihm emotional hängen?