Was ist MyMobile?

Handys und Smartphones sind heute ein fester Bestandteil der alltäglichen Mediennutzung von Kindern, besonders bei Jugendlichen beliebt, aber auch relevant für berufliche und private Kommunikation von Erwachsenen. Auch ältere Menschen nutzen mobile Geräte zunehmend und selbstverständlich. Das Handy bzw. Smartphone ist zu einer Kulturressource geworden, die unsere Kommunikation verändert hat und wird inzwischen auch im Bildungsbereich wahrgenommen, allerdings oft nicht systematisch eingesetzt.

Im Rahmen von MyMobile wurde in einem Team von Medienpädagogen gemeinsam mit Prof. Ben Bachmair eine Didaktik des mobilen Lernens entwickelt und erprobt.
Zu den technischen Funktionen der mobilen Geräte sind in der entstandenen Publikation sechs Eckpunkte formuliert wurden:
Mobile Geräte sind

  • persönlich und ständig verfügbar,
  • bieten eine hohe Speicherkapazität für vielfältige Darstellungsformen,
  • ermöglichen aktive Medienfunktionen (Musik, Foto, Video),
  • u.a. auch Anwendungen für die Alltagsorganisation wie Kalender, Wecker, Navigation und d
  • bieten Zugang zu einer vielfältigen persönlichen Kommunikation (SMS, MMS, Telefon etc.).
  • Sie dienen den Nutzer/innen als Schnittstelle und Zugang zum Internet und dessen spezifischer Kommunikation, sowie Informations- und Medienarchiven. Während der Pilotphase schienen diese mobilen Nutzungsmöglichkeiten teilweise noch begrenzt oder kostenintensiv, inzwischen ist die mobile Internetnutzung im Alltag der Nutzerinnen und Nutzer angekommen.

MyMobile steht für einen sinnvollen Einsatz mobiler Geräte im Bildungsbereich, wobei ein großes Erprobungsfeld im schulischen Kontext zu sehen ist. Besonders Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte und Referendare ergänzen das praktische Erproben mobiler Szenarien im Unterricht. Die entwickelte Didaktik des mobilen Lernens ist jedoch nicht lernortgebunden, sondern bietet durch Episoden handygestützten Lernens auch Ansatzpunkte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, im Bereich der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit und dem großen Feld der Erwachsenenbildung, insbesondere der Arbeit mit der Generation 60plus.

Aktuelle Projekte zu MyMobile:

  • Handy-Werkstatt für die Generation 60plus, eine Kooperation mit der Seniorenvertretung des Landes Rheinland-Pfalz, dem MKN Mainz und SilverSurfer
  • Lehrauftrag „Mobiles Lernen“, Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
  • Lernwerkstatt „Handy“, Einsatz mobiler Geräte in Ganztagsschulen, bspw. IGS Oppenheim (6. Klasse)
  • „Auf die Tablets, fertig, los!“, MedientriXX, eine Kooperation mit dem SWR zum Einsatz von Tablets in der Grundschule, Schwerpunkt: Mein Lieblingsbuch
  • Lehrerfortbildung, eine Kooperation mit Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM), Saarland
  • SAmAR (Street Art meets Augmented Reality), ein außerschulisches Projekt zu mobilem Lernen und Augmented Reality im Haus der Medienbildung, Ludwigshafen
  • Medienwerkstatt des Gutenberg Museums in Mainz, Mobile Lernen mit QR-Code-Rallyes (Actionbound)
  • Erprobungsphase zum Einsatz mobiler Geräte in Fan-Projekten, Erprobung mit den 05er Youngsters des 1. FSV Mainz 05
  • MyMobile – Education on the move, EU-Projekt zum mobilen Lernen
  • Zusammenarbeit mit der London Mobile Learning Group
  • Didaktische Beratung der IGS Edigheim zum Einsatz mobiler Geräte (Tablet-Klasse)

Dabei verbindet MyMobile mit der Didaktik des mobilen Lernens stets informelles Lernen mit schulischen oder curricularen Bildungsinhalten, indem Lehrende Episoden situierten Lernens gestalten und Lernende ihre eigenen Lern- und Medienkontexte generieren können. Dies können Multiplikatoren in der Seniorenarbeit, ebenso wie Schulsozialarbeiter beim Erkunden des Stadtteils. Entscheidend ist, dass die Lernenden ihr Expertenwissen aus dem Alltag einbringen können und sie Kommunikationsbrücken zwischen Lernsituation und Alltag dazu nutzen. Beispielsweise können die Fähigkeit, ein Handyfoto oder -Video erstellen zu können auch die inhaltliche Gestaltung der Lehre bereichern und so sensible Entwicklungs- und Lernkontexte aufzeigen, aber auch neue Lernkontexte für das Lernthema hervor bringen. Dieser komplexe Bereich ist den Eckpunkten zum Mobilen Lernen näher beschrieben.

Vorherige Projektentwicklung:
Mit „taschenfunk“ hat medien+bildung.com vor allem die kreativen Möglichkeiten des Handys in der Ganztagsschule erprobt.

Mit dem Projekt „MyMobile“ hielt das Handy Einzug im Fachunterricht. Das Projekt MyMobile wurde 2009/2010 durchgeführt und hat den Einsatz von Handys im Unterricht an sechs verschiedenen Schulen erprobt und evaluiert. Die Projektergebnisse sind in der Publikation „Mobiles Lernen mit dem Handy“ (Beltz, 2011) zusammengetragen und stehen für den Transfer in den Fachunterricht zur Verfügung (vgl: http://medienundbildung.com/mymobile/material/). Das Buch bietet 50 Lernszenarien zum Einsatz des Handys im Unterricht.

Die Erfahrungen aus dem Projekt MyMobile sind heute aktueller denn je. In aktuellen Vorträgen sticht das Projekt durch seinen Pioniercharakter hervor und verdeutlicht, wie rasant die technische Entwicklung auf dem Markt der mobilen Geräte ist. Der Horizon Report 2012 beschreibt den Einzug verschiedener Technologietrends in die Bildung. Mobile Apps und Tablet Computing werden laut Horizon Report in einem Jahr oder weniger in Bildungseinrichtungen wie der Hochschule eingesetzt. Diese Entwicklung wird auch vor dem Schulalltag und anderen Bildungskontexten nicht Halt machen. Mobile Geräte und Apps, aber auch moderne Tablets werden als Lernwerkzeuge bereits in der Grundschule eingesetzt. Hier bleibt MyMobile an der Spitze der Bewegung und setzt inzwischen mobile Geräte verschiedenster Art und in der Arbeit mit allen Zielgruppen ein.