Stiftung Kleckstest: Eignen sich Handys im Unterricht?

Der Handyeinsatz im Deutschunterricht des Thomas-Morus-Gymnasiums musste sich der kritischen Bewertung durch die Reporter der Schülerzeitung stellen:

Stiftung Kleckstest: Eignen sich Handys im Unterricht?

Es vibriert, es klingelt, Nachrichten werden verschickt und Schülerinnen und Schüler schießen beliebig oft Fotos...
Nein, wir befinden uns nicht in einer Freistunde im MSS-Raum, sondern im Unterricht des Deutschgrundkurses von Frau Schneiders. Denn ihr Kurs nimmt an einem, im ersten Moment, verwirrendem Projekt teil, in dem Bluetooth eine Grundausstattung ist.

Testbericht: Wir reden über das Projekt „MyMobile – Handy im Unterricht“ „Handys im Deutschunterricht“, das der Deutschgrundkurs um Frau Schneiders mit Hilfe von Medienpädagoge Herrn Zils, der für medien+bildung.com gGmbh im den Vulkaneifelkreis tätig zuständig ist, ab dem 2. November verfolgt. Genauso wie wir werden Sie sich jetzt wahrscheinlich wundern. Wie kann man ein Handy im Deutschunterricht einbringen?
Frau Schneiders und Herr Zils haben dieses scheinbare Problem gelöst...

Doch nun zurück zum 2. November. Für die Schülerinnen und Schüler des TMG war es ein üblicher Montagmorgen. Alle waren noch müde und die seltenen Gespräche fanden hauptsächlich über das zurückliegende Wochenende statt. Jedoch galt dies nicht für die Teilnehmer des Deutschgrundkurses. Für sie war es ein doppelt aufregender Start in die Woche. Einerseits startete an diesem Morgen das Projekt „MyMobile – Handy im Unterricht“ „Handys im Deutschunterricht“, andererseits erwartete sie in Raum 117 ein Fernsehteam des SWR, um dieses Projekt zu filmen. Somit begaben sich die Schülerinnen und Schüler aufgeregt in den Raum. Fragen wie „Wer ist Bubbels?“ (Bluetoothname einer Schülerin) durchschnitten das Gemurmel.

Dann begann auch schon der Unterricht. Bald folgte die erste Probe für das Handy: Wir sollten einen Vorgang, der sich erschließt in maximal 4 Bildern fotografieren. Danach war vorgesehen, dass wir unsere Ergebnisse dem restlichen Kurs, den Leitern und dem Kamerateam im Computerlabor präsentieren. Dort fragten sich einige, wie man die Fotos nun auf die Touch-Screen-Wand bekommen könne. Doch auch dafür hatte Herr Zils die Antwort: Via Bluetooth, der Grundausstattung jedes modernen Handys. Hier jedoch tauchten die ersten Komplikationen auf. Durch die geringe Reichweite des Bluetooth und den unterschiedlichen Handyherstellern lief das Versenden via Bluetooth nicht ganz reibungslos von statten. Aber mit viel Geduld waren nun endlich alle Fotos verschickt und die Präsentationen konnten beginnen - ein erster mutmaßlich bestandener Test für die Tauglichkeit des Handys im Unterricht. Denn auch wenn es kleinere Komplikationen mit dem Verschicken der Bilder gab, brachte es unser Thema weiter.

Schon folgte der zweite Tauglichkeitstest des Handys: Wir sollten als Hausaufgabe einen Aphorismus (meist nur ein Satz, der einen Grundgedanken aufgreift und zum Nachdenken anregt) als SMS verfassen. Auch hier lassen sich leicht Vorteile finden: Hausaufgaben auf dem Handy können fast überall erledigt werden und können gegebenenfalls noch einmal durchgelesen werden. Allerdings ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, nach dem Schreiben einer SMS schon mit den Deutschhausaufgaben fertig zu sein, obwohl es natürlich zuerst unübersichtlicher erscheint. Jedoch sind wir der Meinung, dass man sich schnell daran gewöhnen kann.

Auch in den folgenden Stunden, ohne Kamerabegleitung, konnte das Handy weiter eingesetzt werden. Beispielsweise gab es eine weitere Hausaufgabe, wo ein Lexikonartikel über die Epoche der Aufklärung auf dem Handy zu verfassen war. Hier ging die Hausaufgabe schon etwas leichter von der Hand, nur die Länge des Textes machte einigen zu schaffen.
So ist das Geheimnis um den Gebrauch von Handys im Deutschunterricht gelöst, doch gelöst heißt nicht gleich den Test erfolgreich bestanden...

Fazit: Unseres Erachtens war das Handy im Unterricht eine willkommene Abwechslung, die den Unterricht auch bereichert hat, aber der Gebrauch auch nicht immer nützlich war. Kürzere Notizen per Handy zu verfassen ist eine sinnvolle Aufgabe, doch längere Texte, wie beispielsweise Lexikonartikel, sind auf dem Handy nicht leicht auszuführen. Auch bei der Übertragung via Bluetooth kann es zu unvorhergesehenen Problemen führen. Geringe Wartezeiten bei der Übertragung muss man einplanen. Abschließend sind wir der Meinung, dass das Handy durchaus den Test „Eignen sich Handys im Unterricht?“ erfolgreich bestanden hat.


Endnote: befriedigend + (2,8)

Jens Fischenich, Matthias Baden beide MSS 11

Zusatzinformation: Das in dem Unterricht aufgenommene Filmmaterial wird voraussichtlich am 17. März 2010 um 20:15 Uhr im SWR in der Dokumentationsreihe „betrifft“ ausgestrahlt.

Frau Schneiders:
Ich war von Anfang an dem Projekt gegenüber offen und bin sehr zufrieden. Im Unterricht lässt sich die Fotofunktion sehr gut einbinden. Auch die Ergebnisse lassen sich sehen und Fotos veranschaulichen in den manchen Situationen viel mehr, als es Texte je könnten. Unvorteilhaft ist leider die Zeit der Übertragung vom Handy zum Computer. Dies beansprucht sehr viel Zeit, die dann für das Fachliche fehlt. Trotzdem bin ich angenehm von dem Ergebnis überrascht.
Endnote: gut (2,0)

Herr Zils:
Als Zwischenfazit würde ich sagen, dass es mir sehr gut gefällt. Das Projekt dauert ja noch bis Weihnachten und die Schüler haben schon viele tolle Sachen gemacht und wir haben einige Punkte gefunden, wo wir das Handy im Unterricht anknüpfen können. Einige Punkte können noch verbessert werden, wie das zeitaufwändige Übertragen der Daten. Auch spannend finde ich die Berichterstattung des SWR und bin gespannt, wie diese ausfallen wird. Grundsätzlich macht es mir sehr viel Spaß und ich habe auch das Gefühl, dass die Schülerinnen und Schüler auch  Gefallen daran finden.
Endnote: gut+ (1.7)

Quelle: Der Klecks, Ausgabe 2/09 im 45. Jahrgang, Thomas-Morus-Gymnasium Daun