Tablets in der Grundschule - Eine Befragung unter beteiligten Lehrkräften

Der folgende Text beruht auf der Masterarbeit „Unterricht serviert auf dem Tablet - Mobiles Lernen in Theorie und Praxis: Chance oder Risiko?" von Paula Schuseil (Westfälische Wilhelmsuniversität in Münster, 2014), die hier komplett als pdf abgerufen werden kann.

Im Rahmen von MedientriXX hat medien+bildung.com an sechs rheinland-pfälzischen Schulen den Projekttag „Auf die Tablets, fertig, los!“ durchgeführt und die beteiligten Lehrkräfte anschließend online mit einem Fragebogen mit der Software Surveymonkey um eine Rückmeldung gebeten. Die Evaluation diente dazu, ein Stimmungsbild der beteiligten Lehrkräfte zu zeichnen. An der Umfrage haben sich sieben Lehrkräfte beteiligt. Insgesamt waren acht Lehrer/innen bei den Projekttagen aktiv sowie etwa 150 Grundschüler/innen aus den Klassenstufen 3 und 4. Von den sieben Befragten nutzen sechs Personen ein Tablet für private und/oder dienstliche Zwecke. Die Mehrheit (5 Nennungen) erachtet den Einsatz von Tablets in der Klassenstufe 3 und 4 als sinnvoll, zwei weitere Personen als sehr sinnvoll – bei einer Nennung auf einer Skala von 1 bis 4. Die Frage nach den erhofften Vorteilen des Tablet-Einsatzes bei den Schüler/innen ergab folgendes Ranking (Mehrfachnennungen waren möglich):

Erhoffte Vorteile durch Tablet-Einsatz
Erhoffter VorteilIn ProzentAnzahl
Motivation100 %7
Neue Lernzugänge85,71 %6
Didaktische Vielfalt85,71 %6
Interaktives Lernen57,14 %4
Schneller Zugriff auf digitale Materialien57,14 %4
Kollaboratives Lernen42,86 %3
Bildungsplanbezug28,57 %2
Kontextabhängiges Lernen28,57 %2
Nichts Konkretes0 %0

Die Frage nach möglichen Nachteilen beantworten die Teilnehmer/innen mit
„hohen Ausstattungskosten“, „mögliche Probleme bei der Wartung“, „Fixierung
auf neue Medien, zu große Ablenkung durch Spiele etc. und ein großes Medienangebot“.

Die Frage „Wie könnten Sie mobiles Lernen und den Einsatz von Apps mit Ihren bisherigen Methoden verbinden?“ ergibt diese Nennungen: „Es gibt verschiedene Anknüpfungspunkte, wie die gelesene Lektüre in Deutsch (Ganzschrift) und ich denke, viele andere. Besonders zur Reflexion. Eine Geschichte fortsetzen oder weiterentwickeln geht mit dem Book Creator gut.“ Auch klassische Vorgehensweisen wie „Einstieg in das Thema - Festigung des Lerninhalts - Präsentationshilfe - Förderung von Defiziten“ werden genannt, etwa „noch kreativer mit Fotos, Büchern etc. umzugehen, da ein direkterer Umgang möglich ist“. Auch technische Aspekte wie „Koppeln an [das] Whiteboard“ oder „am naheliegendsten ist die Recherche im Netz für Sachthemen. Weitere Möglichkeiten: Präsentation von Schülerreferaten“ sind für die Befragten denkbar.

Welche Kompetenzen der Schüler/innen sollte der Tablet-Einsatz Ihrer Meinung nach fördern? Alle Befragten nennen Produzieren / Präsentieren und Kreativität, jeweils sechs Personen Kommunizieren / Kooperieren und Bedienen / Anwenden. An dritter Stelle mit jeweils 5 Nennungen werden Mediengestaltung, mobiler und flexibler Medieneinsatz, Lesefähigkeit und Teamfähigkeit genannt. Medienkunde erhält vier Nennungen, Sprachkompetenz, Medienkritik, Mediennutzung und Medienaffinität, Kenntnisse zum Datenschutz und Informieren/Recherchieren jeweils drei Nennungen. Analysieren/Reflektieren erhält eine zustimmende Nennung.

Die Frage nach den didaktischen Eckpunkten des mobilen Lernens wird ebenfalls von allen Befragten beantwortet. Auch hier sind Mehrfachnennungen möglich. „Informelles Lernen in den Unterricht zu integrieren“ findet hier die häufigste Nennung (6), gefolgt von „Episoden situierten Lernens schaffen“ (5 Nennungen). Weitere Zustimmungen gibt es bei „sensible Entwicklungs-und Lernkontexte schaffen“ (3) und „Experten des Alltags aktiv werden lassen“ (2). In welchen Fächern möchten Sie in Zukunft Tablets einsetzen? Der Einsatz von Tablets im Unterricht wird von den befragten Lehrkräften eindeutig im Sprachunterricht/Deutsch gesehen (6 Nennungen), im Sachunterricht (5), in Mathematik (4), sowie im Kunst- (3), Musik- und Religionsunterricht (jeweils 2). Gemeinschaftskunde erhält eine Nennung, Sport hingegen keine Nennung.

Die Evaluation wurde im Rahmen einer Masterarbeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster durchgeführt.

Paula Schuseil, Maren Risch

Der gesamte Auswertungstext zum Download