BBS Technik 1 Ludwigshafen – Technisches Gymnasium: Projekt-Bericht ‚migrostories‘

Wie kam es zu unserem Projekt ‚migrostories‘ ? Schon seit etlichen Jahren beschäftigt sich die Schule mit den Themen ‚Migration‘, ‘Integration‘ ‚Trialog der Kulturen‘, mit bedingt durch einen hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte. Im Technischen Gymnasium beträgt der Anteil ca. 40 % - aus 11 verschiedenen Nationen.

Der Rahmen des Projektes: Das Projekt hat sich aus dem Bundesprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ‚Kultur macht stark‘ entwickelt, deren Ziele folgende sind: die Qualifizierung von Migrantenorganisationen, die Förderung bürgerlichen Engagements und von kultureller Teilhabe, die Verbesserung von Bildungssituationen benachteiligter Jugendlicher, die Vernetzung von Migrantenorganisationen mit Schulen, Institutionen der kulturellen Bildung und Akteuren aus Staat und Wirtschaft. Die BBS Technik 1 mit ihrem technischen Gymnasium wurde neben dem Freundeskreis Gaziantep und dem Stadtmuseum Ludwigshafen zum lokalen Bündnispartner dieses Projekts. Ziel des Projekts ‚migrostories‘ ist es, kulturelle Vielfalt und Differenzen durch Erzählungen von und über Menschen sichtbar zu machen.

Planung: Die Jugendlichen bzw. Heranwachsenden gestalten Zeitzeugeninterviews mit Ludwigshafener Bürgern, die in der türkischen Partnerstadt Ludwigshafens - Gaziantep - ihre Wurzeln haben. Diese Einwanderungsgeschichten werden in unterschiedlichen Darstellungsformen aufgezeichnet und präsentiert. Auch die Lebensgestaltung in Deutschland kann Thema sein. In medienpädagogische Workshops werden die Jugendlichen vorbereitet, Recherchen und Bildanalyse durchzuführen, Interviews und Präsentationen zu gestalten, mit Hardware und Multimediasoftware, Film- und kameratechnischen Mitteln umzugehen und Reportagen, Berichte, Fotogeschichten, Diashows und Filme vorzubereiten. Die öffentliche Präsentation findet als Rauminstallation im Stadtmuseum Ludwigshafen, als Sendung im ‚Offenen Kanal‘ Ludwigshafen und ergänzend im ‚Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz im Internet‘ statt.

Umsetzung/Verlauf:

17.12.2013 Vorstellung des Projektes ‚migrostories‘: Mario Di Carlo, Filmemacher und Mitarbeiter bei ‚medien+bildung.com‘ sowie Björn Brettschneider vom ‚Offenen Kanal Ludwigshafen‘ stellten das Projekt ‚migrostories‘ in der Schule interessierten Schülerinnen und Schülern der Jahrgansstufen 11 und 12 vor. Daraus entstand ein Kreis von 20 interessierten Schülerinnen und Schülern des Technischen Gymnasiums - mit und ohne Migrationshintergrund.

22.01.2014 Vorstellung der türkischen Partnerstadt von Ludwigshafen: Gaziantep - offizieller Auftakt des Projekts: Mitglieder des Freundeskreises Gaziantep, Ibrahim Yetkin und Hans-Uwe Daumann, präsentierten in der Schule den Freundeskreis und die Stadt Gaziantep

28.01.2014 Recherche und Videoaufnahmetechnik: Der erste Workshop fand in den Räumen des ‚Offenen Kanals‘ statt. Die Schüler/innen waren in das Studio des ‚Offenen Kanals Ludwigshafen‘ gekommen, um an die Themen Migrationsgeschichte(n) und visuelle Gestaltung herangeführt zu werden. Hier galt es, redaktionelle Arbeit und Recherche kennen zu lernen und insbesondere den Umgang mit Videoaufnahmetechnik und das Verhalten beim Interview zu trainieren.

05. Februar 2014 Fotoworkshop: Erkan Sezer, professioneller Fotograf, leitete einen Workshop zum Thema „Fotografie – ein Lebensgefühl“. Hierbei vermittelte er zunächst Grundlagen der Fotografie und ging dann im Speziellen auf die Porträtfotografie ein. Abgerundet wurde der Workshop durch praktische Übungen.

Seit 09. März 2014 finden die Interviews mit verschiedenen Migrantinnen und Migranten aus Gaziantep statt. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits sechs von insgesamt acht Personen interviewt. Sie kommen aus dem Umfeld des Freundeskreises Gaziantep oder auch der Kontakt ist über persönliche Beziehungen zustande gekommen. Bislang handelt es sich um einen Sozialpädagogen, zwei Abiturienten, eine Studentin und einen Restaurantbesitzer. Ein weiterer Interviewpartner ist in Ludwigshafen geboren, er hat hier gelebt und ist dann nach Gaziantep zurückgekehrt. Weitere Interviews werden noch in den nächsten Wochen stattfinden.

Auf Sendung:
Vorbereitung und Umsetzung: Am 15. Mai 2014 wird ein Einspielfilm aus den bisher erstellten Fotos und mit Texten, in denen die Schüler ihre Interviewpartner kurz vorstellen, geschnitten. Bei den Fotos handelt es sich um Bilder, die einen charakteristischen Einblick in die Städte Ludwigshafen und Gaziantep geben und Fotos von den Interviewpartnern und den Gesprächen, die sie mit ihnen führten. Jens Schneider, Moderator bei Radio Regenbogen, spricht die Texte ein. Ein Logo und ein Abspann für die Sendung werden ebenfalls vorbereitet (siehe Linkliste). Außerdem wird mit den Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein ‚Making of‘, ein Projektfilm, als Blick hinter die Kulissen aus dem Material, was bisher zusammengesellt wurde, gedreht.

In der Zeit vom 14.7. – 18.7. 2014 wird die Sendung mit dem derzeitigen Arbeitstitel ‚Migrostories – Geschichte(n) aus Ludwigshafen-Gaziantep‘ vorbereitet und am 18.7.2014 aufgezeichnet. In der Vorbereitung werden die Schülerinnen und Schüler durch einen professionellen Moderator angeleitet. Die Interviewpartner kommen als Studiogäste in die Sendung und die Schülerinnen und Schüler werden mit ihnen ein Gespräch führen. Im September 2014 wird die Sendung im ‚Offenen Kanal‘ in ganz Rheinland-Pfalz ausgestrahlt und im gleichen Monat findet die ‚Vernissage‘ als öffentliche Veranstaltung im Stadtmuseum statt. In dieser Präsentation werden als Rauminstallation multiperspektivisch auf verschiedenen Monitoren, Leinwänden, Glasbausteinen und Roll-Up-Bannern der Film ‚Migrostories – Geschichte(n) aus Ludwigshafen-Gaziantep‘ und die Fotodokumentation präsentiert. Alle Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums und viele andere Gäste werden daran teilnehmen. Hierzu wird es auch ein musikalisches Rahmenprogramm und ein deutsch-türkisches Buffet geben. Diese Rauminstallation wird in der folgenden Wochen im Stadtmuseum Ludwigshafen für die Öffentlichkeit zu sehen sein. Die Präsentation wird von den Schülerinnen und Schülern in einem Workshop vorbereitet und auch geleitet. Als raumungebundene Wanderausstellung kann die Installation in anderen Einrichtungen gezeigt werden, evtl. auch im Wilhelm-Hack- Museum in Ludwigshafen. Außerdem wird diese Präsentation für das ‚Online-Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz‘ aufbereitet und innerhalb des Themenbereichs ‚Lebenswege‘ zugänglich sein. Auf die professionelle Anleitung und künstlerisch-ästhetische Realisierung des Projektes wird großen Wert gelegt. So arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern der Fotograf Erkan Sezer, der Filmemacher Mario Di Carlo, die Grafik-Designerin Kristin Lauer und die Diplompädagogin Julia Graf.

15. Mai 2014

Magret Gerdes-Pfeiffer, BBS Technik 1