‚migrostories‘ - Reflexion über den bisherigen Projektverlauf

Die Schüler haben sich alle positiv über Inhalt und Verlauf des Projektes geäußert. Sie sind motiviert, haben Spaß und erleben dieses Projekt als besondere Herausforderung und Erweiterung ihrer Fähigkeiten, Kenntnisse und ihres Horizontes. Als Schüler eines technischen Gymnasiums sind sie besonders begeistert von den medientechnischen Schulungen und die Umsetzung in die Praxis. Sie haben den Umgang mit Fotoapparat, Mikrofon und Filmkamera eingeübt und wissen auch, wie man mit unterschiedlichen Techniken verschiedene Wirkungen erreichen kann, auch mit  dem Fokus  auf eine  ästhetisch-künstlerische  Umsetzung im Rahmen einer  öffentlichen Präsentation. Die digitalen Medien, mit denen die Schüler während des Projektes arbeiten, stehen ihnen sehr nahe.  Einige sehen hierin auch eine Berufsperspektive.

Die Schüler nennen auch, dass sie die Erkenntnis gewonnen haben, dass besonderes Engagement und Disziplin nötig sind, um gute Arbeitsergebnisse zu erzielen. Das haben sie in einem Reflexionsgespräch ausdrücklich formuliert. Was die Gespräche mit den Interviewpartnern  betrifft, haben Sie deutlich herausgestellt, dass sie überrascht waren von den vielfältigen und interessanten Erfahrungen und Lebensperspektiven ihrer  Gesprächspartner. Die Gespräche seien für sie sehr aufschlussreich gewesen und hätten ihr Bild über Menschen anderer Herkunft erweitert. Das wurde auch an der Stelle deutlich, als sie die Gespräche ausgewertet haben. So fielen ihnen zu jedem Interviewpartner individuelle Besonderheiten auf, die sie auf jeden Fall mit in die Präsentation übernehmen möchten. In der Arbeit und in den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurde deutlich, wie es gelingen kann, eingefahrenen Blickwinkeln andere Entwürfe entgegenzustellen und damit ihre interkulturelle Kompetenz zu stärken.  Die Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur, den Menschen als Mitglied einer Nation, einer Kultur oder einer Religion zu sehen, sondern ihn als individuellen, vielschichtigen Menschen wahrzunehmen und zu schätzen, der sich längst nicht in Zuordnungen von außen erschöpft.  Das gegenseitige Interesse aneinander, die Wertschätzung und Sensibilität für Menschen, die ihre  Wurzeln nicht in Deutschland  haben, werden  gestärkt.  Diese interkulturelle  Kompetenz haben sie nicht nur für sich selbst während ihrer Arbeit an ‚migrostories‘ gewonnen, sie können sie dann auch durch die Präsentation mit  Film  und Fotos an die Öffentlichkeit weitergeben. Die Würdigung und kritische Reflexion der Zuwanderungsprozesse sind wichtig für den Abbau von Vorurteilen und Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration.

Besonders hervorgehoben haben die Schüler die zugewandte wertschätzende Umgang durch die Mitarbeiter des Projektes und die besondere ‚lockere‘ und ‚lässige‘ Atmosphäre beim ansonsten zielführenden und konzentrierten  Arbeiten.

Die Kooperation zwischen Schule und kulturellen Einrichtungen wird durch die Zusammenarbeit mit ‚medien+bildung.com Ludwigshafen‘, dem ‚Offenen Kanal‘, dem Stadtmuseum Ludwigshafen, dem ‚Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz im Internet‘ sowie dem Freundeskreis Ludwigshafen- Gaziantep hergestellt und gefördert. Schülerinnen und Schüler werden nicht nur zu Konsumenten von Kultur, sondern begreifen sich als deren Gestalter. Junge  Menschen -  mit ohne Migrationshintergrund  - finden oft nur schwer Zugang zu kulturellen Einrichtungen in ihrem Land und in ihrer Stadt und benötigen immer wieder  Anregung, hier neue und positive Erfahrungen zu machen.  In diesem Projekt haben sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg gemacht, als eigenen kulturellen Beitrag ein gemeinsames ‚Kunstwerk‘  zu erstellen, das sie dann selbst in einem  öffentlichen und offiziellen Rahmen präsentieren. Sowohl für die ‚Macher‘ als auch für die ‚Konsumenten‘ eröffnen sich hier neue Wege zur Kunst und Kultur und ihren Einrichtungen.

Auf die professionelle Anleitung und künstlerisch-ästhetische Realisierung des Projektes wurde großen Wert gelegt. So arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern der  Fotograf Erkan Sezer, der Filmemacher Mario Di Carlo (Regisseur der Filme „Mannemer sein“, „Ludwigshafen – Meine Stadt“, „Heimspiel – Schiller zurück in Mannheim“, „deutschland wäre meine richtige heimat“, „Catenaccio in Mannheim“), die Grafik-Designerin Kristin Lauer und die Diplompädagogin Julia Graf.        

Als BBS Technik 1 möchten wir uns ganz herzlich bei allen Teilnehmern, beim Projektteam und allen Unterstützern für die engagierte Arbeit und wertschätzende  Begleitung der Schülerinnen und Schüler  bedanken.                                       

15. Mai 2014

Magret Gerdes-Pfeiffer, BBS Technik 1