WFT-Finale in Ludwigshafen

Von: Hans-Uwe Daumann

Nach 2 Wochen und 20 Veranstaltungsterminen ging die "WahnsinnsFortbildungsTour" in Ludwigshafen ins Ziel.

Lehrer/innen drücken die Schulbank - Radiomachen will gelernt sein!

200 Lehrkräfte an 20 Schulen in 2 Wochen! So lautete das ehrgeizige Ziel von Steffen Griesinger, der mit seiner WahnsinnsFortbildungsTour einen Rekordversuch in punkto Fortbildungen aufstellen wollte. Dazu reisten Markus Friderichs vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz (PL) und er quer durchs Land und zeigten den Schulen, wie sie über die Schulradioplattform www.edura.fm mit einem eigenen Radioprogramm auf Sendung gehen können. Neben dem PL unterstützten auch die Radiosender RPR1 und bigFM das Vorhaben.

Das quantitative Ziel hat der "Radiopädagoge" von medien+bildung.com nicht ganz erreicht - zwei Veranstaltungen fielen kurzfristig aus, zu den Fortbildungen kamen zwischen drei und fünfzig Teilnehmer/innen, so dass unterm Strich 160 Lehrer/innen und Schüler/innen erreicht wurden. Tatsächlich stellten sich zu den "Lehrerfortbildungen" bald Schülergruppen ein. Macht nichts, gemischte Gruppen findet Griesinger sinnvoll und produktiv. Und wenn auch der im "Tourbus" mitgebrachte Technikpool manchmal an seine Grenzen stieß - der Radiospezialist und sein Sidekick stellten sich auf jede Situation ein. Seine Erlebnisse an 10 Tagen in 20 rheinland-pfälzischen Schulen schrieb er regelmäßig für den Blog der WahnsinnsFortbildungsTour nieder. Am 27. April standen noch zwei Fortbildungstermine an; beides Heimspiele: In der Realschule plus in Rülzheim leitet Steffen Griesinger seit Jahren selbst die Schulradiogruppe; in der Anne-Frank-Realschule plus in Ludwigshafen ist sein Kollege Markus Horn verantwortlich. In der Anne-Frank-Realschule war die Plattform edura.fm 2010 offiziell ans Netz gegangen. Hier sind inzwischen auch drei Lehrer/innen radio-aktiv: Die Schulradiogruppe "breäkradio" ist Teil des Schulprofils; ihre Aktionen werden auf vielfältige Weise mit Themen des Unterrichts verknüpft.

Die Idee für den Rekordversuch hatte Griesinger, der bei medien+bildung.com das Schulradio-Projekt edura.fm leitet. „Mit der Aktion wollen wir Aufmerksamkeit für medienpädagogische Projektarbeit erregen und zeigen, wie man auch mit einfachen Mitteln an den Schulen eigene Medienbeiträge produzieren kann.“ Praktische Medienarbeit sollte bei viel mehr Schulen auf dem Stundenplan stehen, meint Griesinger. „Nur wer selber Medien macht, weiß wie sie funktionieren und  versteht warum Pressefreiheit und unabhängige Berichterstattung so wichtig sind.“ Doch für medienpädagogische Projekte fehlt es oft an Zeit und Geld. Dabei bietet die Internetplattform www.edura.fm der Kooperationspartner medien+bildung.com und CoLab den Jugendlichen im Land eine kostenlose Möglichkeit, wie sie direkt von ihrer Schule aus mit ihrer Musik und ihren Themen auf Sendung gehen können.