Schüler leiten Radiogruppen

Von: Steffen Griesinger

Am 11.11.2011 fiel der Startschuss für den Einsatz der ersten Radio-Mentoren/innen in rheinland-pfälzischen Ganztagsschulen.

Frisch gebackene Radiomentoren/innen mit Zertifikaten

Am 11.11.2011 fiel der Startschuss für den Einsatz der ersten Radio-Mentoren in der rheinland-pfälzischen Ganztagsschule. In Zukunft werden speziell ausgebildete Mentoren/innen aus den höheren Klassen den jüngeren Schüler/innen zeigen, wie man ein eigenes Schulradio aufbaut und auf Sendung geht. Die Schülermentoren machen dabei ihre ersten Erfahrungen in der Rolle der Gruppenleitung und erlernen selbst wichtige Schlüsselkompetenzen für ihr späteres Berufsleben. Betreut und unterstützt werden die „Nachwuchslehrkräfte“ von ihren Lehrern/innen und erfahrenen Medienpädagogen/innen von medien+bildung.com.

13 Schüler/innen aus unterschiedlichen Schulen kamen am Freitag nach Ludwigshafen, um sich im Radiomentoren-Grundkurs die Basics des Radiomachens erklären zu lassen. Der diplomierte Radiojournalist und Medienpädagoge Markus Horn zeigte dem Radionachwuchs, wie man eine Sendung vorbereitet und Beiträge produziert. Sein Kollege Christian Gottas wies auf die Fallstricke des Urheberrechts hin und erklärte die Grundlagen der Audiotechnik. In einer kleinen Praxisübung interviewten die Schülerinnen sich gegenseitig und publizierten die Ergebnisse auf der Radio-Plattform www.edura.fm im Internet.

Dass beim Umgang mit der Technik auch immer etwas schief gehen kann, mussten die Schülerinnen vor allem beim Erstellen der abschließenden Sendung feststellen. Nicht alle Aufnahmen verliefen auf Anhieb erfolgreich, da bei einigen Computern die Einstellungen des Soundtreibers nicht stimmten. Aber gerade hier sieht der Projektleiter Steffen Griesinger die besonderen Stärken der Schüler-Radio-Mentoren: „Die Schüler sind im Umgang mit der Technik viel unbefangener als die Lehrer. Wenn da was auf Anhieb nicht klappt, dann wird halt ausprobiert, bis es funktioniert. Lehrer haben oft Angst etwas zu verstellen oder kaputt zu machen“. Dennoch sind die Lehrer/innen weiterhin unentbehrlich, ist sich der Medienpädagoge sicher: „Bei einer Medien-AG müssen Lehrkräfte und Schüler Hand in Hand zusammenarbeiten. Schüler können nicht die volle Verantwortung und Aufsichtspflicht übernehmen. Außerdem fehlt es ihnen an Hintergrundwissen zu einzelnen Themen und Erfahrung in der Gruppenarbeit. Aber wenn die älteren Schüler eine AG mit einem Lehrer gemeinsam betreuen, dann profitieren beide und lernen von einander.“

Am Experiment Schüler-Radio-Mentoren nehmen in diesem Jahr die Carl-Orff Realschule plus Bad Dürkheim, die Anne-Frank Realschule plus Ludwigshafen und die Realschule plus Dudenhofen/Römerberg teil. Sich selbst an der Schule zu engagieren ist für die Radiomentoren/innen selbstverständlich. Aber trauen es sich die Schüler/innen überhaupt zu, selbst eine AG an ihrer Schule zu leiten? Dorothée Martin von der Realschule Plus in Dudenhofen/Römerberg hat da keine Zweifel. „In meiner Freizeit bin ich bei den Pfadfindern aktiv und bin es gewohnt vor Gruppen zu stehen“, erklärt die engagierte Schülerin. Von der Idee, auch in der Schule mit anderen Jugendlichen zu arbeiten war sie sofort begeistert. Auch Ihre Freundin Charlotte Schneider gefällt die Arbeit mit den Schüler/innen der 6. Klasse. Ihr hat der Radio-Mentoren-Grundkurs gut gefallen „Ich habe viel Neues erfahren und freue mich schon auf die AG nächste Woche“. Mit ihren Schüler/innen möchte die 16-Jährige das Gelernte jetzt auch umsetzen und kleine Sendungen produzieren, die auf edura.fm zu hören sein werden.

Info: Der Internetradiosender edura.fm bietet Schulen und außerschulischen Gruppen die Möglichkeit kostenlos ein eigenes Radioprogramm zu gestalten und auf Sendung zu gehen. Weitere Informationen finden sie unter www.edura.fm. Oder schreiben Sie direkt per Mail an griesinger@medienundbildung.com.