check the web - Das Projekt:

Im Mittelpunkt des Projekts "check the web" steht die Förderung der Internetkompetenz und die Beschäftigung mit der facettenreichen Thematik "Jugendmedienschutz". Mit medienpädagogischen Projekttagen für Schüler/innen und begleitenden Veranstaltungen für Eltern und Lehrpersonal sollen neben den vielfältigen Chancen auch Risiken des Internet verdeutlicht werden. Die beteiligten Schüler/innen reflektieren ihr eigenes Mediennutzungsverhalten, werden für mögliche Gefährdungen sensibilisiert und über die oft unklare Rechtslage aufgeklärt. Dabei verfolgen wir den Ansatz, die Thematik nicht mit erhobenem pädagogischem Zeigefinger zu vermitteln, sondern mit den Jugendlichen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Die oft trockenen inhaltlichen Details werden hierzu in ansprechender Form aufgearbeitet. 

Die Ausgangslage, auf die man bei diesem Projekt stößt, ist dabei meist gleich: Die Jugendlichen verbringen sehr viel Zeit online und bewegen sich ganz selbstverständlich im Internet: sie kommunizieren via Messenger oder auf Social-Network-Sites, spielen Online-Games und vergnügen sich mit Video- und Musikportalen. Aber durchschauen und verstehen sie auch wirklich alles, was im Netz vor sich geht? Sind sie wirklich "Digital Natives" oder doch eher "Digital Naives", ohne ausgeprägtes Bewusstsein dafür, welche virtuellen Spuren sie hinterlassen, welche Folgen ihr Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten haben kann und welchen skrupellosen Geschäftemachern sie manchmal gegenüberstehen?

Um dieses Bewusstsein zu schärfen und die Jugendlichen in die Lage zu versetzen, die Chancen des Internets selbstbestimmt und kompetent nutzen zu können, ohne dabei den potenziellen Gefahren zu erliegen, wurde das Projekt „check the web“ entwickelt.

Die Inhalte des Projekts sind aktuell und entsprechen der medialen Lebenswelt von Jugendlichen. Insgesamt lassen sich 6 Themenbereiche unterscheiden, die jede Schule individuell für ihre Projekttage wählen kann:

1. Das digitale Ich
•    Datenhandel und Datenspuren im Netz (Datenschutz und Sicherheitseinstellungen)
•    Eigene Profile und Selbstdarstellung im Netz (Umgang mit persönlichen Daten, Sexting, Persönlichkeitsrechte)

2. Download for free!?

•    Urheberrecht & freie Lizenzen
•    Filesharing und Recht auf Privatkopien

3. Cybermobbing

•    Mobbing und Belästigung über mediale Wege

4. Angelockt und abgezockt

•    Kostenfallen
•    Smartphone-Sicherheit (Umgang mit Apps/Datenschutz, Drittanbietersperre etc.)
•    Extremistische und rassistische Inhalte
•    Jugendgefährdende Inhalte (z.B. Gewalt, Pornographie)
•    Sicherheit im Netz (Passwörter, technische Aspekte)

5. Gefangen im Netz?

•    Exzessive Internetnutzung (Glücksspielsucht, Computerspielsucht, Kommunikations- und Informationssucht, Onlinekaufsucht)

6. Gesucht und gefunden

•    Umgang mit Suchmaschinen und Informationen
•    Bilderrecherche und Quellenauswahl

Mit dem Projekt "check the web" haben wir von März 2009 bis April 2014 rund 7000 Schüler/innen aus 293 Klassen erreicht, zudem gab es 63 Informationsabende für rund 1800 Eltern. Weitere Projekttage sind bereits in Planung.

In der großen Nachfrage sehen wir einen Beweis für die Notwendigkeit der Thematisierung des Jugendmedienschutzes in der Schule. Zudem erfreut uns die positive Resonanz, die uns nicht nur von beteiligten Erwachsenen, sondern auch seitens der Jugendlichen erreicht - sie zeigt, dass die Thematik auch für junge User durchaus interessant und relevant ist.

Beim bundesweiten Wettbewerb "Wege ins Netz 2010" des Bundeswirtschaftsministeriums wurde "check the web" mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Bei der IFA 2010 in Berlin nahm Projektinitiator Björn Friedrich die Auszeichnung aus der Hand von Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWi, entgegen.